03.02.2017

weXelerate: Wien bekommt 8000 m² Startup-Zentrum am Donaukanal

Für das Mega-Projekt, das im Sommer öffnen soll, wird der Design Tower in Wien Leopoldstadt genutzt. Dahinter stehen i5invest, Blue Minds Group und Camouflage Ventures. Unter anderen ist Speedinvest bereits fix eingemietet.
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(c) Anna Rauchenberger - v.l.n.r.: Thomas Polak (Uniqa), Markus Wagner (i5invest), Eveline Steinberger-Kern (Blue Minds Group), Dominik Greiner (Camouflage Ventures) und Hassen Kirmaci (weXelerate)

Mit weXelerate entsteht einer der weltweit größten Startup-Hubs im Herzen Wiens. Auf den ersten vier Etagen des Design Towers, in dem sich auch das Sofitel Wien Stephansdom befindet, werden ab Sommer 2017 mehrere hundert Startups gemeinsam mit Großunternehmen, Inkubatoren, Venture-Partnern, Service- und Vertriebspartnern, Investoren und Dienstleistern an neuen digitalen Businessmodellen arbeiten. Der Fokus wird auf den drei Innovationsfeldern Internet of Things, FinTech und Media liegen.

+++ Interview mit Blue Minds-Founderin Eveline Steinberger-Kern +++

Mehrere Venture-Firmen als Partner von weXelerate

Die Gründungsmitglieder Hassen Kirmaci (CEO, weXelerate), Eveline Steinberger-Kern (Blue Minds Group), Dominik Greiner (Camouflage Ventures) und Markus Wagner (i5invest) haben dafür bereits einige namhafte Partner gefunden. In den vergangenen Monaten konnten mehrere Dutzend Kooperationen geschlossen werden. Unter den ersten fixen Büromietern und Partnern finden sich u.a. die Venture-Firmen Speedinvest, i5invest, Blue Minds Factory, Pioneers, PASS Invest und die Kommunikationsagentur Reiter PR, die mit ihren gesamten Belegschaften in den „Design Tower“ ziehen werden.

Zahlreiche Corporates an Bord

Als Unternehmenspartner haben bereits Bank Austria, Ithuba Capital AG, Kurier, T-Mobile, UNIQA und Wüstenrot ihre dreijährige Kooperation für das Akzeleratorprogramm zugesagt. Als „Corporate Leader“ sichern sie sich somit Wettbewerbs- und Knowhow-Vorteile. Zu den Service- und Vertriebspartnern zählen u.a. der Bankenverband, der Handelsverband, Kalbeck, KPMG, primeCROWD, WeAreDevelopers, WhatAVenture, die Wirtschaftsagentur Wien, die WKO, Io2HUB und 3rd District / Wirz Werbeagentur.

CEO erwartet jährlich 10.000 Bewerbungen von Startups

(c) Uniqa/ Menzl: Design Tower

Hassen Kirmaci, der bisher als Regional Vice President für Gartner tätig war, erklärt: „Unsere Welt verändert sich immer schneller. Zusammen können wir beschleunigen, unsere Innovationsfrequenz erhöhen und das Maximum an Wertschöpfung in Österreich herausholen. Daher der Name weXelerate. Doch damit nicht genug. Wir haben nun die Chance, mit einer der prestigeträchtigsten Immobilien der Wiener Innenstadt ein neues Innovations-Wahrzeichen für den gesamten CEE-Raum zu schaffen. In Summe rechnen wir jährlich mit 10.000 Bewerbungen von Startups aus der ganzen Welt, die mit uns und unseren Partnern zusammenarbeiten wollen.“

Mega-Akzelerator mit 100 Plätzen pro Jahr

Die angestrebten Leistungszahlen des künftig größten Innovations-Hubs in CEE übertreffen alle bisher in Österreich bekannten Maße. Im Vollbetrieb wird weXelerate 20 Vertriebs- und Servicepartner, 30 der größten österreichischen Unternehmen und ein Akzeleratorprogramm für 100 ausgewählte Startups pro Jahr unter einem Dach vereinen.

„Champions Floor“ für etablierte Startups

Das Zentrum wird an 365 Tagen pro Jahr rund um die Uhr geöffnet und das gesamte Erdgeschoß ein öffentlich zugänglicher Co-Working Space sein. Neben dem unentgeltlichen, hunderttägigen Akzeleratorprogramm im ersten Stock, von dem erfolgreiche Bewerber profitieren, wird es im zweiten Obergeschoss einen Champions Floor für etablierte Startups geben, die sich dort einmieten können. In der dritten Etage werden die Service- und Vertriebspartner, Investoren, Business Angels, Großunternehmen, Venture-Partner, Berater und Förderstellen zu finden sein. Zahlreiche Events, Podiumsdiskussionen und internationale Gastvortragende runden das Angebot von weXelerate ab. DO & CO wird sich mit einem maßgeschneiderten Gastronomiekonzept um das leibliche Wohl der Community kümmern.

+++ Pioneers Festival: “Ein neuer Markt ist wie eine Halfpipe” +++


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Das sonnnig-Gründerteam: Roman Öfferlbauer, Jonathan Buchinger und Lukas Hückel © sonnnig

Dort, wo Technik und Unternehmertum zusammenkommen, kann Großes entstehen. So auch an der TU Wien im „Extended Study on Innovation“-Programm, wo sich das Gründer-Trio, bestehend aus Roman Öfferlbauer, Lukas Hückel und Jonathan Buchinger, zum ersten Mal begegnete. Parallel dazu gründete Öfferlbauer 2023 in seinem Heimatort in Niederösterreich eine Energiegemeinschaft, zu einem Zeitpunkt, an dem das Thema noch jung und „technisch schwierig abzuwickeln“ war, so Öfferlbauer.

Aus improvisierten Tools und selbst geschriebenen Mini-Scripts für den Eigenbedarf wurde ein Jahr später sonnnig. Eine White-Label-Lösung für Abrechnung, Mitgliedermanagement und Datenanalyse von mittlerweile 30 Energiegemeinschaften in ganz Österreich.

Wenn Strom aus der Nachbarschaft kommt

„Unser Blick war eigentlich immer auf Endverbraucher und Verbraucherinnen fokussiert. Also Privatpersonen, Unternehmen, Gemeinden“, erklärt Öfferlbauer im Interview. Eine Mission, die über die letzten zwei Jahre tausende Haushalte in ganz Österreich erreicht hat. Mittlerweile kann man über sonnnig den generierten Strom auch als Mitarbeiter:innen-Benefit oder Spende abgeben. „Im letzten halben Jahr hat sich da aber auch ziemlich viel auf der anderen Seite, also bei den Energieversorgungsunternehmen, getan“, verrät der Co-Founder.

Energieversorgungsunternehmen stünden zunehmend vor einem Einkaufs- und Prognoseproblem. In der Regel verbraucht die Kundschaft ihren Strom nach einem Standardprofil, mit dem der jeweilige Versorger seine Stromeinkäufe prognostiziert. Sind die Abnehmer:innen aber Teil einer Energiegemeinschaft, verschiebt sich dieses Profil radikal: Ein großer Teil des Energiebedarfs wird jetzt von der Energiegemeinschaft gedeckt und nur noch die Restmengen werden durch den Energieversorger geliefert. „Der Energieversorger hat die Energiemenge aber schon im Vorhinein eingekauft“ – und müsse sie kurzfristig wieder verkaufen, erklärt Öfferlbauer. Ein teures Ausgleichsenergie-Problem, das mit wachsendem Energy-Sharing-Anteil immer größer wird.

Sonnnig als potenzieller Partner für Energieversorger

Genau hier setzt das neue Produkt an, für das sonnnig gerade die dritte Förderung der Austria Wirtschaftsservice (aws) erhalten hat: eine White-Label-Lösung zum Energy Sharing, die Energieversorger direkt in ihr eigenes Kund:innenportal einbinden können. Im Hintergrund liefert sonnnig die Restlastprognose auf 15-Minuten-Basis, damit Versorger gezielter am Großhandel einkaufen können.

Möglich macht das die Prognosefähigkeit, die sonnnig über Jahre mit echten Energiegemeinschaften aufgebaut hat. Ziel ist es, Versorgern einen besseren Einblick in ihre Stromverläufe zu geben und ihnen zu helfen, selbst ein Geschäftsmodell rund um Energy Sharing aufzubauen, auch als Beitrag zur Kund:innenbindung, erklärt Öfferlbauer. Am Markt kommt das gut an: „Energieversorgungsunternehmen spüren das Problem und sind zunehmend auf der Suche nach Lösungen und neuen Geschäftsmodellen im Energy-Sharing-Bereich, deshalb reden sie auf einmal mit uns“, sagt der Co-Founder. Davor sei die Beziehung eher einseitig gewesen. Zwei Pilotbetriebe hat sonnnig für das geförderte Projekt bereits akquiriert und zeigt sich offen für weitere Kooperationen.

Von First bis Seed: Der aws-Weg

Möglich wurde diese Entwicklung durch drei aufeinanderfolgende aws-Förderungen. Mit aws First Incubator, einem Programm für sehr junge Teams, teils noch vor der Firmengründung, kam das Startup zu ersten Beratungsleistungen und Mentoring. Mit aws Preseed – Innovative Solutions wurde zunächst die inhaltliche und wirtschaftliche Machbarkeit des Vorhabens überprüft und der Proof of Concept entwickelt. Darauf aufbauend unterstützt aws Seedfinancing – Innovative Solutions die Weiterentwicklung bis zum Markteintritt sowie die ersten Skalierungsschritte. In diesem Rahmen werden nun der Aufbau und der Launch des neuen B2B-Produkts finanziert.

Erwarteter Boom durch neues Elektrizitätswirtschaftsgesetz

Als besondere Meilensteine nennt Öfferlbauer Referenzprojekte mit bekannten Unternehmen wie Hartl Haus, der Nationalbank-Tochter IG Immobilien oder der Volkshilfe Wien sowie die wiederholte Verdopplung des Jahresumsatzes. Im ersten Halbjahr 2026 hat sich die geteilte Energiemenge, die über sonnnig abgewickelt wurde, laut eigenen Angaben gegenüber dem Vorjahr mehr als verdoppelt. Investor:innen hat das fünfköpfige Team bislang bewusst keine an Bord geholt, da laufende Umsätze und eine halbe Million Euro an lukrierten Entwicklungsförderungen das Team organisch tragen.

Rückenwind kommt bald auch auf politischer Ebene: Im Oktober tritt das neue Elektrizitätswirtschaftsgesetz (ElWG) in Kraft, das Energy Sharing über bilaterale Peer-to-Peer-Verträge statt über eine juristische dritte Instanz wie einen Verein oder eine GmbH erlaubt. Für sonnnig eine freudige Entwicklung: „Das baut natürlich extrem viele Hürden ab. Und deswegen erwarten wir auch einen ziemlichen Boom an neuen Mitgliedern und das nehmen auch Energieversorgungsunternehmen wahr.“


Disclaimer: Der Artikel entstand in Kooperation mit der Austria Wirtschaftsservice (aws).

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