Am Mittwoch wurden erstmals Details zum neuen Talent Garden-Standort in Wien bekannt. Demnach wird der neue Campus 5000 m² Fläche haben und soll bereits in den kommenden Monaten eröffnet werden. Neben der italienischen Talent Garden tritt A1 als Partner auf. Auch RZB und WKW sind beteiligt (⇒ zum ausführlichen Bericht).
Der Brutkasten hat einige Statements wichtiger Player in der Startup-Community zum neuen Mega-Campus in Wien zusammengetragen.
Ali Mahlodji (Whatchado)
„Als wir begonnen haben, konnte niemand das Startup buchstabieren. Heute nimmt das Angebot glücklicherweise immer mehr zu und der Einstieg von Talent Garden nach Österreich ist ein Zeichen, dass die Umwälzungen der letzten Jahre Früchte tragen. Aktuell kann es gar nicht zu viele Angebote geben.“
Oliver Holle (Speedinvest)
„Talent Garden ist ein großartiges Signal für die Startup Szene in Wien! Wir freuen uns sehr, dass damit ein weiterer Baustein geschaffen wurde, um Wien als Standort für Startups attraktiver zu machen. Als aktiver Venture Investor werden wir mit Sicherheit den Campus sicher oft besuchen, um mit den besten GründerInnen zu sprechen und unser Kapital zu platzieren. Gratulation allen Beteiligten!
Die Aufbruchsstimmung, die gerade im Startup Bereich spürbar ist, übersetzt sich zunehmend in konkrete Projekte, die wirklich Impact zeigen werden, und da sind wir erst am Anfang, Wien verträgt noch einiges an solchen Initiativen!“
Elisabeth Hakel (SPÖ)
„Als Startup-Sprecherin der SPÖ im Parlament hat die Zusammenarbeit von innovativen Jungunternehmern mit etablierten Partnern aus Wirtschaft, Wissenschaft und Politik einen besonders hohen Stellenwert für mich. Wir können die Zukunft der Arbeit nur gemeinsam gestalten! Mit der Umsetzung von „Talent Garden“, dem neuen Startup-Campus in Wien, erhält die österreichische Startup-Szene einen ersten Raum, den sie dringend benötigt, um weiterhin wachsen zu können und auch international attraktiv zu werden. Weitere werden ganz sicher folgen müssen, denn wir wollen Österreich zum führenden Startup-Hub Europas machen. Ein erster Schritt ist jetzt auf jeden Fall getan. Welcome in Austria, Talent Garden!“
Bianca Gfrei (Kiweno)
„Die Eröffnung des Talent Gardens hat das Potential, die Wettbewerbsfähigkeit von Wien als Startup-Hub enorm zu pushen. Die Standortwahl zeugt bereits heute von der guten Entwicklung der heimischen Community und ist auch international ein schönes Zeichen. Für Gründer ist die Vernetzung und der Austausch mit Sparring Partnern in jeder Phase der Unternehmensentwicklung ungemein wichtig – darin sehe ich den größten Vorteil eines zentralen Dreh- und Angelpunktes, wie es der Talent Garden Campus in Wien werden soll.“
Florian Gschwandtner (Runtastic)
„Auch wir bauen gerade unser Office in Wien aus, und deshalb freue ich mich, wenn die gesamte Start-up-Szene noch stärker wächst. Innovative Ideen müssen ja nicht unbedingt in San Francisco entstehen, nur weil es dort sehr viele Startups gibt. Das ist auch in Europa und überall sonst auf der Welt möglich. Ich bin der Meinung, dass es in den vergangenen Jahren für Start-ups aus Österreich und Europa zumindest etwas einfacher geworden ist und bin gespannt auf Erfolgsgeschichten aus dem Wiener Talent Garden.“
Floor Drees (sektor5)
„Es ist gut, dass sich was tut. Initiativen und Startups am Anfang zu unterstützen ist auch was ich, und auch sektor5 und 5starts gerne unterstützen.“
Sonnnig: Wie das Energy-Sharing-Startup seine Endkund:innen-Plattform für Energieversorger weiterentwickelt
Das Wiener Startup sonnnig baut eine White-Label-Lösung zur Verwaltung von Energiegemeinschaften. Nach dem Erfolg bei Privatabnehmer:innen will das zwei Jahre alte Unternehmen nun Energieversorgern unter die Arme greifen. Mit einer neuen aws-Seedfinancing-Förderung im Rücken sucht das Team Partnerunternehmen.
Sonnnig: Wie das Energy-Sharing-Startup seine Endkund:innen-Plattform für Energieversorger weiterentwickelt
Das Wiener Startup sonnnig baut eine White-Label-Lösung zur Verwaltung von Energiegemeinschaften. Nach dem Erfolg bei Privatabnehmer:innen will das zwei Jahre alte Unternehmen nun Energieversorgern unter die Arme greifen. Mit einer neuen aws-Seedfinancing-Förderung im Rücken sucht das Team Partnerunternehmen.
Dort, wo Technik und Unternehmertum zusammenkommen, kann Großes entstehen. So auch an der TU Wien im „Extended Study on Innovation“-Programm, wo sich das Gründer-Trio, bestehend aus Roman Öfferlbauer, Lukas Hückel und Jonathan Buchinger, zum ersten Mal begegnete. Parallel dazu gründete Öfferlbauer 2023 in seinem Heimatort in Niederösterreich eine Energiegemeinschaft, zu einem Zeitpunkt, an dem das Thema noch jung und „technisch schwierig abzuwickeln“ war, so Öfferlbauer.
Aus improvisierten Tools und selbst geschriebenen Mini-Scripts für den Eigenbedarf wurde ein Jahr später sonnnig. Eine White-Label-Lösung für Abrechnung, Mitgliedermanagement und Datenanalyse von mittlerweile 30 Energiegemeinschaften in ganz Österreich.
Wenn Strom aus der Nachbarschaft kommt
„Unser Blick war eigentlich immer auf Endverbraucher und Verbraucherinnen fokussiert. Also Privatpersonen, Unternehmen, Gemeinden“, erklärt Öfferlbauer im Interview. Eine Mission, die über die letzten zwei Jahre tausende Haushalte in ganz Österreich erreicht hat. Mittlerweile kann man über sonnnig den generierten Strom auch als Mitarbeiter:innen-Benefit oder Spende abgeben. „Im letzten halben Jahr hat sich da aber auch ziemlich viel auf der anderen Seite, also bei den Energieversorgungsunternehmen, getan“, verrät der Co-Founder.
Energieversorgungsunternehmen stünden zunehmend vor einem Einkaufs- und Prognoseproblem. In der Regel verbraucht die Kundschaft ihren Strom nach einem Standardprofil, mit dem der jeweilige Versorger seine Stromeinkäufe prognostiziert. Sind die Abnehmer:innen aber Teil einer Energiegemeinschaft, verschiebt sich dieses Profil radikal: Ein großer Teil des Energiebedarfs wird jetzt von der Energiegemeinschaft gedeckt und nur noch die Restmengen werden durch den Energieversorger geliefert. „Der Energieversorger hat die Energiemenge aber schon im Vorhinein eingekauft“ – und müsse sie kurzfristig wieder verkaufen, erklärt Öfferlbauer. Ein teures Ausgleichsenergie-Problem, das mit wachsendem Energy-Sharing-Anteil immer größer wird.
Sonnnig als potenzieller Partner für Energieversorger
Genau hier setzt das neue Produkt an, für das sonnnig gerade die dritte Förderung der Austria Wirtschaftsservice (aws) erhalten hat: eine White-Label-Lösung zum Energy Sharing, die Energieversorger direkt in ihr eigenes Kund:innenportal einbinden können. Im Hintergrund liefert sonnnig die Restlastprognose auf 15-Minuten-Basis, damit Versorger gezielter am Großhandel einkaufen können.
Möglich macht das die Prognosefähigkeit, die sonnnig über Jahre mit echten Energiegemeinschaften aufgebaut hat. Ziel ist es, Versorgern einen besseren Einblick in ihre Stromverläufe zu geben und ihnen zu helfen, selbst ein Geschäftsmodell rund um Energy Sharing aufzubauen, auch als Beitrag zur Kund:innenbindung, erklärt Öfferlbauer. Am Markt kommt das gut an: „Energieversorgungsunternehmen spüren das Problem und sind zunehmend auf der Suche nach Lösungen und neuen Geschäftsmodellen im Energy-Sharing-Bereich, deshalb reden sie auf einmal mit uns“, sagt der Co-Founder. Davor sei die Beziehung eher einseitig gewesen. Zwei Pilotbetriebe hat sonnnig für das geförderte Projekt bereits akquiriert und zeigt sich offen für weitere Kooperationen.
Von First bis Seed: Der aws-Weg
Möglich wurde diese Entwicklung durch drei aufeinanderfolgende aws-Förderungen. Mit aws First Incubator, einem Programm für sehr junge Teams, teils noch vor der Firmengründung, kam das Startup zu ersten Beratungsleistungen und Mentoring. Mit aws Preseed – Innovative Solutions wurde zunächst die inhaltliche und wirtschaftliche Machbarkeit des Vorhabens überprüft und der Proof of Concept entwickelt. Darauf aufbauend unterstützt aws Seedfinancing – Innovative Solutions die Weiterentwicklung bis zum Markteintritt sowie die ersten Skalierungsschritte. In diesem Rahmen werden nun der Aufbau und der Launch des neuen B2B-Produkts finanziert.
Erwarteter Boom durch neues Elektrizitätswirtschaftsgesetz
Als besondere Meilensteine nennt Öfferlbauer Referenzprojekte mit bekannten Unternehmen wie Hartl Haus, der Nationalbank-Tochter IG Immobilien oder der Volkshilfe Wien sowie die wiederholte Verdopplung des Jahresumsatzes. Im ersten Halbjahr 2026 hat sich die geteilte Energiemenge, die über sonnnig abgewickelt wurde, laut eigenen Angaben gegenüber dem Vorjahr mehr als verdoppelt. Investor:innen hat das fünfköpfige Team bislang bewusst keine an Bord geholt, da laufende Umsätze und eine halbe Million Euro an lukrierten Entwicklungsförderungen das Team organisch tragen.
Rückenwind kommt bald auch auf politischer Ebene: Im Oktober tritt das neue Elektrizitätswirtschaftsgesetz (ElWG) in Kraft, das Energy Sharing über bilaterale Peer-to-Peer-Verträge statt über eine juristische dritte Instanz wie einen Verein oder eine GmbH erlaubt. Für sonnnig eine freudige Entwicklung: „Das baut natürlich extrem viele Hürden ab. Und deswegen erwarten wir auch einen ziemlichen Boom an neuen Mitgliedern und das nehmen auch Energieversorgungsunternehmen wahr.“
Disclaimer: Der Artikel entstand in Kooperation mit der Austria Wirtschaftsservice (aws).
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