23.01.2026
PERSONALIE

Leftshift-One-Gründer Patrick Ratheiser wird Head of AI bei EY Österreich

EY holt mit Patrick Ratheiser, Co-Founder und ehemaliger CEO des österreichischen KI-Startups Leftshift One, einen heimischen KI-Experten an Bord. Wir haben mit Ratheiser sowie mit Susanne Zach, Leiterin AI & Data bei EY Österreich, über die Hintergründe gesprochen.
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Patrick Ratheiser, Head of AI bei EY Österreich | (c) Patrick Ratheiser

Bereits im Herbst 2025 hatte Patrick Ratheiser angekündigt, sich aus dem operativen Geschäft des KI-Startups Leftshift One zurückzuziehen. Damals übergab der Co-Founder und CEO die Geschäftsführung an Stefan Horn und blieb als Gesellschafter an Bord (brutkasten berichtete). Nun gibt es größere Neuigkeiten: Ratheiser dockt bei EY Österreich an und übernimmt dort die Rolle des Head of AI.

Ratheiser begleitete über 170 KI-Projekte

Ratheiser bringt mehr als 15 Jahre Erfahrung im KI- und Technologiebereich mit. Bei Leftshift One begleitete er über 170 KI-Projekte in Industrie, Finance und Operations. Vor der Gründung von Leftshift One war er unter anderem als Projektmanager und Agile Coach bei BearingPoint tätig, wo er Software- und Transformationsprojekte in internationalen Organisationen verantwortete.

Diese Erfahrung in Sachen „Umsetzungskompetenz“ möchte er nun bei EY einbringen. „Viele Unternehmen haben heute beeindruckende Proof of Concepts, aber zu wenige produktive KI-Systeme mit messbarem Business Impact“, sagt Ratheiser. Der Grund liege selten an der Technologie selbst, sondern an der Umsetzung. „Ein POC ist schnell gebaut. Der produktive Betrieb ist aber deutlich komplexer – mit Skalierung, Security, Operations und tausenden Nutzern.“

Investitionen in KI

EY investiert laut eigenen Angaben weltweit jährlich über eine Milliarde US-Dollar in AI-First-Plattformen und -Produkte. Dazu zählen unter anderem KI-gestützte Audit-Tools, autonome KI-Agenten sowie mehr als 100 interne Anwendungen. Weltweit arbeiten inzwischen mehr als 15.000 Mitarbeitende an KI-bezogenen Projekten – von Finanz- und HR-Transformationen über Cybersecurity bis hin zu automatisierten Reporting- und Governance-Systemen.

„Wir investieren gezielt in Know-how, Tools und interdisziplinäre Teams, um KI verantwortungsvoll und wirksam in die Unternehmenspraxis zu bringen“, sagt Susanne Zach, Leiterin AI & Data bei EY Österreich. „Mit Patrick Ratheiser gewinnen wir einen erfahrenen Gestalter, der Strategie und Umsetzung konsequent zusammenführt.“

Susanne Zach, Leiterin AI & Data bei EY Österreich | (c) EY/Häusler

AI Literacy als Schlüsselfaktor

Ein zentrales Thema für Ratheiser ist der Kompetenzaufbau. „AI Literacy bedeutet nicht nur ein Grundverständnis von KI“, so der neue Head of AI bei EY Österreich. „Es geht darum, Organisationen so aufzustellen, dass sie diese Technologie sinnvoll und eigenständig weiterentwickeln können.“ Der Bedarf sei groß, Schulungen blieben aber oft oberflächlich.

Warum aber bleiben so viele KI-Projekte in der Pilotphase stecken? Laut Zach liegt das häufig an strukturellen Defiziten. „Oft werden zahlreiche POCs gestartet, ohne parallel die organisatorischen Grundlagen zu schaffen. Dann landen viele dieser Projekte im sogenannten POC-Friedhof.“ Es fehle an klaren Rollen, Verantwortlichkeiten und an konsequenter Change-Begleitung.

EY möchte hier als „Client Zero“ vorangehen. Mit einer eigenen Company-GPT-Lösung, Copilot-Rollouts und internen KI-Communities soll sichergestellt werden, dass neue Tools nicht nur eingeführt, sondern auch genutzt werden. „Enablement ist entscheidend“, sagt Zach. „Sonst werden KI-Lösungen ausgerollt und am Ende nicht genutzt.“


Patrick Ratheiser in der brutkasten-Serie „No Hype KI“ (Dezember 2025):

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Impression von der Preisverleihung im Vorjahr | (c) BMWET/Noisternig
Impression von der Preisverleihung im Vorjahr | (c) BMWET/Noisternig

Auch dieses Jahr wird der Brigitte-Bierlein-Frauenpreis des Bundesministeriums für Wirtschaft, Energie und Tourismus (BMWET) vergeben. Erstmalig erfolgt die Ausschreibung in Kooperation mit der Oesterreichischen Nationalbank (OeNB). Mit dem Preis soll die Sichtbarkeit von Frauen erhöht werden, die in den Bereichen Innovation, Unternehmertum und gesellschaftliches Engagement in Österreich tätig sind. Die Auszeichnung erinnert an die Namensgeberin Brigitte Bierlein, die erste Bundeskanzlerin in der Geschichte Österreichs, und würdigt zugleich das Lebenswerk der Schirmherrin des Preises, der ehemaligen Bundesministerin Maria Rauch-Kallat.

Ziel der Initiative ist es, Frauen im unternehmerischen und wirtschaftlichen Umfeld sichtbar zu machen und deren Leistungen durch öffentliche Aufmerksamkeit sowie politische Anerkennung zu unterstützen. Die Veranstalter:innen wollen damit erfolgreiche Frauen als Vorbilder für nachfolgende Generationen positionieren, um junge Talente zur Verfolgung von Laufbahnen in Wirtschaft, Forschung und Innovation zu motivieren. Das soll auch langfristig zum Abbau von Geschlechterungleichheiten in Führungspositionen beitragen.

Die Voraussetzungen für den Brigitte-Bierlein-Frauenpreis 2026

Konkret richtet sich die Ausschreibung an Frauen unter 35 Jahren, die in Führungspositionen oder mit Verantwortung in Unternehmen, Forschungseinrichtungen oder Organisationen tätig sind. Schwerpunkte liegen dabei auf den Bereichen Entrepreneurship, Innovation und Technologie, angewandte wirtschaftlich-technische Forschung und Wissenschaft, Familienunternehmen sowie Startups.

Für eine Nominierung müssen die Leistungen der Bewerberinnen einen Bezug zu Österreich aufweisen. Das kann durch eine Wirkung auf den Wirtschafts- oder Innovationsstandort, eine entsprechende Tätigkeit im Land oder relevante Projekte mit Österreich-Fokus passieren. Die Staatsbürgerschaft und der aktuelle Wohnsitz der Kandidatinnen sind für die Vergabe hingegen kein Kriterium.

Die Vorjahres-Preisträgerinnen: v.l. Marlene Rezk-Füreder (3. Platz), Anja Moser-Tscharf (2. Platz), Katharina Baumgartner (1. Platz), Lara Vadlau (Ehrenpreis); Foto: BMWET/Veronika Noisternig

Die drei Preiskategorien

Die Vergabe des Preises erfolgt dieses Jahr in drei Kategorien, die mit jeweils 5.000 Euro dotiert sind:

  • Entrepreneurship, Führungskräfte & Nachfolge: Diese vom BMWET vergebene Kategorie richtet sich an Frauen, die als Gründerinnen, Unternehmensübernehmerinnen oder Managerinnen mit Ergebnisverantwortung zur Entwicklung eines Unternehmens beitragen. Berücksichtigt werden laut Ausschreibung Leistungen in Bereichen wie Betriebsübernahmen, Generationenwechseln, Internationalisierung, Wachstum aus bestehenden Strukturen, Social Entrepreneurship sowie bei der Entwicklung nachhaltiger Geschäftsmodelle.
  • Forschung, Innovation & Transfer: In dieser von der Oesterreichischen Nationalbank (OeNB) gestifteten Kategorie werden Frauen ausgezeichnet, die wissenschaftliche Arbeit mit wirtschaftlicher oder gesellschaftlicher Wirkung verbinden. Der Fokus liegt auf der Überführung von Forschungsergebnissen in marktfähige Anwendungen – wie etwa Spinoffs, technologiegetriebene Startups oder Kooperationsprojekte zwischen Wissenschaft und Wirtschaft – sowie auf Lösungen mit wirtschaftlicher Relevanz oder Skalierbarkeit.
  • Ehrenpreis Maria Rauch-Kallat: Gesellschaftlicher Impact & Role Model: Diese vom BMWET vergebene Auszeichnung würdigt Frauen, die durch eine Vorbildfunktion und einen gesellschaftlichen Beitrag über Branchengrenzen hinweg wirken. Preisträgerinnen sollen beispielhaft für gesellschaftlichen Wandel und Empowerment stehen. Die Ausgezeichnete erhält neben dem Preisgeld einen Platz im WoMentoring-Programm des club alpha.


Zeitplan und Nominierungsverfahren

Die Einreichfrist für Nominierungen hat bereits begonnen und läuft bis zum 17. August 2026. Für Mitte September ist die Veröffentlichung der Liste „35 under 35“ mit den nominierten Frauen vorgesehen. Anfang November tritt eine achtköpfige Fachjury aus den Bereichen Unternehmertum, Wissenschaft und Startups zusammen, um die Preisträgerinnen auszuwählen. Die feierliche Preisverleihung findet am 7. Dezember 2026 statt.

Nominierungen können sowohl als Selbstnominierung der Bewerberinnen als auch als Fremdnominierung durch Dritte eingereicht werden.


Jetzt Nominieren oder Bewerben!

Die Einreichung von Nominierungen und Bewerbungen ist über die Online-Formulare des Bundesministeriums möglich.

Weitere Details und die vollständigen Vergaberichtlinien stehen auf der offiziellen Website zum Preis zur Verfügung.

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