05.12.2025
PERSONALIE

Martin Trink übernimmt Leitung von build! Gründerzentrum Kärnten

Das Kärntner Gründungszentrum build! verkündet einen neuen Geschäftsführer.
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Martin Trink (c) StartUp Burgenland

Das Kärntner Gründungszentrum build! stellt seine Führung neu auf: Martin Trink übernimmt die Geschäftsführung und folgt damit auf Jürgen Kopeinig, der laut LinkedIn zur Arbeiterkammer Kärnten gewechselt ist. 

Jahrelange Erfahrung in der Startup-Szene

Trink ist in der österreichischen Startup-Szene kein Unbekannter. Fünf Jahre lang leitete er als Head of Startup Burgenland den dortigen Aufbau einer Pre-Seed-Infrastruktur und verantwortete damit ein öffentliches Investment- und Accelerator-Programm für mehr als 40 Jungunternehmen. Zuvor er 2013 Mitgründer des deutschen E-Bike-Startups Freygeist, das 2017 Insolvenz anmeldete.

Gegenüber der Kleinen Zeitung erklärt er, er wolle „die Stärken des Standortes ausbauen und sichtbarer machen“. Weiter wird er dort zitiert: „Wir wollen Kärnten als Top-Startup-Standort positionieren – für Gründerinnen und Gründer aus der Region ebenso wie für Talente von außen. Die Rahmenbedingungen müssen sichtbar und konkurrenzfähig sein.“ Besondere Aufmerksamkeit sollen künftig grenzüberschreitende Kooperationen sowie regionale Kompetenzfelder wie Drohnen, Mikroelektronik und Chiptechnologie erhalten.

Von der Idee zur Gründung

Bereits seit 2002 begleitet das build! Gründerzentrum Kärnten angehende Unternehmer:innen von der Idee bis zur Unternehmensgründung. Die Angebote sind auf innovative, wissensbasierte und technologieorientierte Startups in der Region ausgerichtet. Darüber hinaus unterstützt der Inkubator beim Aufbau von Kontakten zu potenziellen Investor:innen und hilft auch Investor:innen selbst dabei, passende Beteiligungsmöglichkeiten zu finden.

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Ein Sensorsystem misst kontinuierlich den Wasserzufluss, den Pegelstand oder die Fließgeschwindigkeit. Copyright: GMD®
Ein Sensorsystem misst kontinuierlich den Wasserzufluss, den Pegelstand oder die Fließgeschwindigkeit | (c) GMD

„Naturgefahren frühzeitig erkennen und fundierte Entscheidungsgrundlagen für Behörden und Infrastrukturbetreiber bereitstellen“ – so definiert das Innsbrucker Startup GMD sein Produkt. Dazu hat es mit der KI-gestützten Plattform GeoSenseAI ein ganzes Technolgoie-Portfolio aufgebaut. Das umfasst etwa IoT-Sensoren zur Erkennung von Hochwasser, Verklausungen, Hangbewegungen und Steinschlag, seismische Sensorik zur Überwachung instabiler Felsbereiche, Wetterstationen für hochalpine Standorte, Monitoring von Wasserressourcen und Quellen und KI-gestützte Analyse von Besucher- und Personenströmen. Über die Cloud-basierte Plattform erfolgen dann Visualisierung, Modellierung und Alarmierung.

„Naturgefahren kennen keine Staatsgrenzen“

Damit war das 2024 gegründete Unternehmen, das als „Verified Social Enterprise“ eingetragen ist und unter anderem mit Infineon kooperiert, schon bislang über die Landesgrenzen hinaus aktiv – etwa über eine Kooperation mit dem Deutschen Alpenverein (brutkasten berichtete). Nun erfolgte mit der Eröffnung eines Standorts im Technopark Graubünden im Schweizer Landquart und der Gründung einer Schweizer Tochtergesellschaft der nächste Expansionsschritt. Dabei startete man bereits ein erstes Pilotprojekt mit dem Schweizer Bahnbetreiber Rhätische Bahn.

„Naturgefahren kennen keine Staatsgrenzen – unsere Technologien dürfen daher ebenfalls nicht an Landesgrenzen enden. Mit der Gründung der GMD Swiss GmbH schaffen wir die Grundlage für eine enge Zusammenarbeit mit Schweizer Partnern und stärken unsere Präsenz im gesamten Alpenraum“, kommentiert Geschäftsführer Steve Weingarth. Der Standort Landquart sei „weit mehr als ein Vertriebsbüro“. „Er wird zu einem zentralen Innovations- und Entwicklungsstandort für intelligente Lösungen zur Prävention alpiner Naturgefahren und bildet einen wichtigen Baustein unserer internationalen Wachstumsstrategie“, so Weingarth.

Finanzierungsrunde für Expansionsstrategie

Die unmittelbare Nähe zu Forschungsinstitutionen, Infrastrukturbetreibern und öffentlichen Einrichtungen am Standort schaffe ideale Voraussetzungen für die gemeinsame Entwicklung neuer Technologien im Bereich der Klimaresilienz und Naturgefahrenprävention, heißt es von GMD. „Graubünden zählt zu den Regionen Europas, die besonders stark von Naturgefahren betroffen sind und gleichzeitig über eine hochentwickelte Infrastruktur verfügen. Damit bietet der Kanton ideale Bedingungen, um innovative Sensorik und digitale Frühwarnsysteme unter realen Einsatzbedingungen zu entwickeln, zu testen und weiterzuentwickeln.“

Langfristig verfolge man den Aufbau eines grenzüberschreitenden „Alpine Data Hub“, der Umwelt-, Sensor- und Geodaten aus Österreich, der Schweiz, Deutschland und Italien zusammenführt. In den kommenden Jahren sollen weitere Standorte „entlang der Alpenachse“ entstehen. Dazu befinde man sich aktuell auch im Closing einer Seed-Finanzierungsrunde. Schon für Anfang 2027 sei ein weiteres Investment geplant.

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