Bitpanda vertieft Stablecoin-Partnerschaft mit Société-Générale-Tochter
Vor etwas mehr als einem Jahr startete Bitpanda eine Kooperation mit SG-Forge, einer Tochter des französischen Bankenriesen Société Générale. Nun wird diese auf die Bitpanda-DeFi-Wallet ausgeweitet.
Stablecoins spielen eine immer gewichtigere Rolle auch in der traditionellen Finanzwelt. Das wurde erst kürzlich durch den Start einer gemeinsamen Euro-Stablecoin-Initiative mehrerer europäischer Großbanken, darunter der RBI, bekräftigt – brutkasten berichtete.
Vorreiter in dem Bereich ist der französische Bankenriese Société Générale. Dessen Tochter SG-Forge lancierte bereits 2023 den MiCA-konformen Euro-Stablecoin EUR CoinVertible (EURCV) und legte vor einigen Monaten mit dem Dollar-Stablecoin USD CoinVertible (USDCV) nach.
Bereits seit einem Jahr Partnerschaft mit Bitpanda
Seit etwas mehr als einem Jahr besteht auch eine Partnerschaft mit dem heimischen Krypto-Unicorn Bitpanda – brutkasten berichtete. Seitdem ist der Stablecoin für Bitpanda-Nutzer:innen auf der Plattform verfügbar. Nun wurde diese Partnerschaft auch auf die dieses Jahr von Bitpanda eingeführte DeFi Wallet ausgeweitet. „Die erweiterte Partnerschaft schafft zudem die Grundlage für zukünftige Kooperationen, einschließlich einer möglichen Integration mit dem Vision Token von Bitpanda“, heißt es dazu vom Wiener Unicorn.
SG-Forge-Stablecoins auch auf DeFi-Protokollen Morpho und Uniswap
„Nachdem wir Euro- und Dollar-Stablecoins als Schlüsselassets im Bitpanda-Ökosystem etabliert haben, gehen wir nun einen entscheidenden Schritt weiter, indem wir unsere Partnerschaft auf die Welt von DeFi ausweiten“, kommentiert Jean-Marc Stenger, CEO von SG–Forge. Die Société-Générale-Tochter hatte bereits zuvor die Einführung seiner Stablecoins auf den DeFi-Protokollen Morpho und Uniswap bekannt gegeben.
Enzersdorfer-Konrad: „Meilensteinmoment für Web3 in Europa“
Lukas Enzersdorfer-Konrad, Co-CEO von Bitpanda, misst der Erweiterung der Partnerschaft indes immense Bedeutung zu: „Dies ist ein Meilensteinmoment für Web3 in Europa“, meint er. „Durch die Integration ihrer Stablecoins in die Bitpanda DeFi Wallet schaffen wir die Grundlage, auf der Menschen real von Web3 profitieren können, und eröffnen eine neue Ära interoperabler, regulierter Finanzsysteme.“
Ohne KI: BESS Invest soll Planungssicherheit für Batteriespeicher-Investments schaffen
Das Grazer Beratungsunternehmen Impeto Impact rund um Jim Lefébre bietet ein Tool zur Erlösmodellierung von Batteriespeichern. "BESS Invest" soll Entwicklern und Banken granulare Modellrechnungen für Investments liefern.
Ohne KI: BESS Invest soll Planungssicherheit für Batteriespeicher-Investments schaffen
Das Grazer Beratungsunternehmen Impeto Impact rund um Jim Lefébre bietet ein Tool zur Erlösmodellierung von Batteriespeichern. "BESS Invest" soll Entwicklern und Banken granulare Modellrechnungen für Investments liefern.
Ein Fully-Merchant-BESS (Battery Energy Storage System) ist ein Batteriespeicher, der seine Erlöse vollständig am freien Strommarkt erwirtschaftet, ohne langfristige Verträge, feste Einspeisevergütungen oder staatliche Garantien. Durch den steigenden Anteil an z.B. Photovoltaik und Windkraft kommt es im Netz häufig zu Überschussenergie und starken Preisschwankungen – etwa Negativpreisen zur Mittagszeit im Sommer. Speicherbetreiber:innen nutzen das für Arbitrage: Sie kaufen Strom, wenn er günstig ist, und verkaufen ihn, sobald die Preise wieder steigen. Zusätzlich lässt sich mit einer Batterie auch Regelenergie zur Netzstabilisierung anbieten.
Dieses Geschäftsfeld zeichnet sich zum einen durch hohe Gewinnchancen bei stark schwankenden Strompreisen, aber auch volles Risiko bei fallenden Marktpreisen oder geringer Volatilität aus. Hinzu kommt, dass ein Speicher gleichzeitig auf fünf Erlösmärkten agiert – darunter Day-Ahead und Regelenergie –, die permanent miteinander konkurrieren und sich gegenseitig Kapazitäten streitig machen. Diese unsichere Dynamik führt für Betreiber:innen wiederum zu erschwerten Finanzierungsmöglichkeiten bei Banken. Hier setzt Impeto Impact mit seinem Tool BESS-Invest an.
Modellrechnungen statt Live-Einsatz
„Man kann eigentlich immer nur in einem Markt handeln. Also muss man in der Modellierung entscheiden, in welchem Markt der Strom gekauft und verkauft wird, um letztlich einen plausiblen Business Case zu erteilen“, erklärt Jim Lefébre, Gründer von Impeto Impact. Sein laut eigenen Angben komplett eigenfinanzierte Produkt soll jetzt mehr Transparenz für Investor:innen bringen und setzt bei der Modellierung auf sogenanntes Forwardtesting. „Backtesting beantwortet, was gewesen wäre“, erklärt der Gründer. „Für eine Investitionsentscheidung mit 15 Jahren Laufzeit braucht der Markt eine Antwort auf das, was kommt.“
BESS Invest soll eine fünfjährige Markthistorie mit eigenen Projektionsannahmen zu Preistrends, Reserve-Erlösen und Volatilität verknüpfen. Laut Unternehmensangaben entstünden aus diesem Zusammenspiel simulierte Marktpfade in 15-Minuten-Auflösung – bis hinunter zum eigentlichen Lastprofil der Batterie. Das Modell würde dabei eine Ergebnisbandbreite vom konservativen bis zum optimistischen Szenario abbilden. Verändere sich die Marktlage, ließe sich dies über erneute Simulationen jederzeit anpassen. Dabei handelt es sich laut Lefèbre ausdrücklich um Modellrechnungen und Schätzungen zur Plausibilisierung, nicht um eine Live-Optimierung.
Ursprünglich entstand die Idee aus Lefèbres eigenem Beratungsgeschäft: Der Markt für Großspeicher sei dynamisch, die Kapitalmobilisierung stocke jedoch mangels Transparenz, so Lefèbres Erkenntnis. Gemeinsam mit Jonas Puck von der WU Wien wurde daraus zunächst das Whitepaper „Charging Ahead“ aus dem schlussendlich das Tool mithilfe von Pilotkund:innen aus dem Kreis großer Energieversorger hervorging.
Auf Künstliche Intelligenz wird verzichtet: „Wir arbeiten bei unseren Simulationen strikt ohne KI, weil eine KI auch halluzinieren kann“, so Lefèbre. Ein geschlossener Algorithmus soll stattdessen nachvollziehbare Ergebnisse hervorbringen.
Vor der Gründung war Lefèbre unter anderem ÖVP-Pressesprecher ehe er 2017 bis 2019 die Position des Pressesprechers im Justiz- und später im Finanzministerium übernahm. Anschließend war er in diversen Positionen für Montana Tech Components des Investors Michael Tojner, sowie den Batteriehersteller Varta tätig. Bis heute vertritt er zudem die von Tojner mitgegründete eXplore!-Initiative. Außerdem fiel Lefébre in der Vergangenheit beim brutkasten mit seinem Corona-Test-Startup auf.
Co-Location und Expansionspläne
Vertrieben wird BESS Invest im Lizenzmodell mit drei Paketstufen, wahlweise als Monatslizenz oder als Berechnungskontingent im 50er-Block. Bislang modelliert die Software den reinen Speicherbetrieb. Als nächsten Schritt will das Team die Integration von Co-Location-Projekten und Industrieanwendungen angehen. Außerdem plant Lefèbre die Expansion nach Deutschland und perspektivisch in Richtung Südosteuropa.
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