Franz Zöchbauer mit Verbund Ventures unter globalen Top 100 in Corporate Venture Capital
In der "GCV Powerlist" werden die weltweit 100 einflussreichsten Personen im Bereich Corporate Venture Capital gelistet. Mit Franz Zöchbauer, Managing Director Verbund Ventures, ist auch ein Österreicher dabei.
Toyota, Amazon, Softbank, Pfizer, Unilever und Sony – die Liste der großen Corporate-Namen, die sich mit den Leads ihrer Corporate-Venture-Capital-Units auf der „GCV Powerlist 2025“ von Global Corporate Venturing befinden, ließe sich noch lange fortsetzen. Auf der Liste werden die weltweit 100 einflussreichsten Personen im Bereich Corporate Venture Capital (CVC) abgebildet. Und dieses Jahr gibt es einen Neuzugang aus Österreich: Franz Zöchbauer, Managing Director von Verbund Ventures.
Zöchbauer verantwortet bei Verbund nicht nur den CVC Verbund Ventures, sondern auch die weiteren – noch deutlich breiter aufgestellten – Corporate-Venturing-Aktivitäten, darunter etwa den Verbund X Accelerator oder den Bereich Venture Building, der unter anderem das Corprorate-Startup HalloSonne hervorgebracht hat. (mehr dazu auch im brutkasten-Schwerpunkt zu Corporate Venturing)
Zöchbauer und Verbund Ventures überzeugen mit Geschwindigkeit
Auf der „GCV Powerlist 2025“ konnten Zöchbauer und Verbund Ventures unter anderem mit der Geschwindigkeit überzeugen, in der die CVC-Einheit von Österreichs größtem Energieanbieter aufgebaut wurde. Nach dem formellen Start im Jahr 2022 begann Verbund Ventures im Vorjahr aktiv zu investieren. „Im Jahr 2024 konnten wir in relativ kurzer Zeit ein solides Portfolio mit sechs Startup-Investments, einem Corporate-Venture-Building-Projekt und einem Fonds-Investment aufbauen. Damit ist uns der erfolgreiche Übergang vom Konzept zur ersten Skalierungsphase gelungen“, erzählt Zöchbauer gegenüber Global Corporate Venturing.
15 Beteiligungen bis 2026 geplant
So floss 2024 unter anderem Kapital in die österreichischen Startups Necture, eologix-ping und Easelink. Anfang dieses Jahres wurde ein Investment in den Fonds Vireo Ventures kommuniziert. Bis 2026 will Verbund Ventures das Portfolio auf insgesamt 15 Investments erweitern.
Dabei setzt der CVC auf ein duales System: Neben dem Investment-Team gibt es ein weiteres zur Unterstützung der Portfolio-Unternehmen. „Wir wussten, dass wir auch ein engagiertes Team brauchen, das sich auf die Skalierung und Unterstützung unserer Ventures konzentriert. Diese zweigleisige Struktur funktioniert gut für uns, und wir halten sie flexibel, damit wir sie im Zuge unseres Wachstums weiterentwickeln können“, so Zöchbauer.
re:Marc: Nachhaltiger Impact mit nachhaltigem Geschäftsmodell
Bei der Konferenz re:Marc, die dieses Jahr in Budapest stattfand, trafen sich einige der vielversprechendsten Social Entrepreneure aus Mittel- und Osteuropa. Sie zeigten einmal mehr, dass wirtschaftlicher Erfolg und tiefgreifender gesellschaftlicher Impact Hand in Hand gehen können.
re:Marc: Nachhaltiger Impact mit nachhaltigem Geschäftsmodell
Bei der Konferenz re:Marc, die dieses Jahr in Budapest stattfand, trafen sich einige der vielversprechendsten Social Entrepreneure aus Mittel- und Osteuropa. Sie zeigten einmal mehr, dass wirtschaftlicher Erfolg und tiefgreifender gesellschaftlicher Impact Hand in Hand gehen können.
Die re:Marc 2026 fand im Museum of Ethnography Budapest statt | (c) egressyorsifoto
„Ihr pitcht nicht um euer eigenes Überleben, ihr pitcht um unser Überleben als Gesellschaft.“ Mit diesen Worten richtet sich Uli Grabenwarter vom European Investment Fund in seiner Keynote bei der Konferenz re:Marc an das Publikum. Er bringt damit eine Kernbotschaft des Events auf den Punkt: Kreative Lösungen für marginalisierte Gruppen müssen in das Zentrum der Wirtschaft rücken.
Ein grenzüberschreitendes Ökosystem
Die re:Marc ist der Höhepunkt des „Marc Impact Programme“, einer gemeinsamen Initiative von ERSTE Stiftung, ERSTE Social Finance Holding, IFUA Nonprofit Partner und SIMPACT. Die Partner riefen dieses internationale Programm ins Leben, um wirkungsorientierte Unternehmen zu unterstützen. Radován Jelasity, CEO der Erste Bank Hungary, vergleicht in seiner Eröffnungs-Keynote die Kernidee mit jener der Erste Bank selbst und gibt den Teilnehmer:innen mit: „Glaub an dich, denn am Ende gewinnt immer das Gute!“
Und Ana Cretu, Director Social Impact Investment der ERSTE Stiftung, stellt klar: „Das Programm wurde designt, um von einer Gemeinschaft getragen zu werden, nicht nur von einer kleinen Gruppe von Leuten.“ Sie betont eine zentrale Überzeugung der Initiator:innen: „High-Impact-Entrepreneure sind entscheidend für resiliente Gesellschaften.“
Radován Jelasity, CEO der Erste Bank Hungary, auf der Bühne bei der re:Marc 2026 | (c) egressyorsifoto
Marc startete 2024 und begleitet Gründer:innen aus mittlerweile sechs Ländern langfristig. Radka Novotná, COO des tschechischen Social Startups Nepanikař, gibt im Gespräch mit brutkasten einen konkreten Einblick: „Das Programm hat uns die Augen geöffnet. Als NGO haben wir oft die Einstellung, mit so wenig Geld wie möglich auszukommen. Die Mentorinnen und Mentoren haben uns beigebracht, dass es in Ordnung ist, nach Geld zu fragen, weil es für einen wirklich guten Zweck ist.“
Der Pitch um den größten Impact
Das Event in Budapest bringe diese internationale Community zusammen. Zwölf Startups aus Österreich, Ungarn, Kroatien, Serbien, Rumänien und Tschechien traten dabei auch in drei Runden beim Pitch-Wettbewerb gegeneinander an. Sie zeigten eine enorme Bandbreite an Lösungen. Die Ideen reichten von Drohnen, die Samenbomben zur Wiederaufforstung abwerfen, über mobile Konzertbühnen in Lastenfahrrädern bis hin zu leistbaren Recyclingmaschinen für Plastikmüll aus dem Meer. Die Teams pitchten um Preisgelder von bis zu 20.000 Euro.
Andrew Gray von Tilia Impact Ventures (am Mikrofon) war eines der Jury-Mitglieder | (c) egressyorsifoto
Entscheidend war dabei aber nicht nur der Impact selbst, sondern auch die Frage nach einem tragfähigen und nachhaltigen Geschäftsmodell, das diesen Impact finanzieren kann. Entsprechend genau fragte die Jury nach. Jury-Mitglied Andrew Gray von Tilia Impact Ventures erklärt im brutkasten-Gespräch: „Wir sehen uns an, welche Startups den größtmöglichen Impact für so viele Menschen wie möglich erzielen. Wer wird das Preisgeld nutzen, um den tiefgreifendsten sozialen Impact in der sinnvollsten Weise zu generieren?“
Die Sieger der re:Marc 2026
Letztlich musste sich die Jury für die Gewinner der drei Hauptpreise entscheiden. Neben diesen wurden noch mehrere Zusatzpreise vergeben. Diese drei Startups überzeugten die Jury besonders:
Grand Impact Award: Nepanikař
Den „Grand Impact Award“ und damit den Hauptpreis von 20.000 Euro holte sich das tschechische Social Startup Nepanikař – zu Deutsch: “Keine Panik!” Die gleichnamige App bietet psychologische Hilfe und Suizidprävention. Sie verzeichnet täglich rund 500 Nutzer:innen und unterstützt diese auch gezielt in akuten psychischen Krisensituationen. „Wir wollen das Preisgeld nutzen, um die App mit Smartwatches und Ringen zu verbinden und so Krisen besser vorherzusagen“, schildert Radka Novotná ihre Pläne. Das Geld fließt parallel in die Übersetzung der App in vier weitere Sprachen.
Nepanikař rund um Radka Novotná (2.v.r.) holte sich den Grand Imppact Award | (c) egressyorsifoto
Innovation Champion Award: Origin BCI
Der „Innovation Champion Award“ im Wert von 15.000 Euro ging nach Rumänien an Origin BCI. Das Team rund um Gründer und CEO David-Alexandru Popescu entwickelt bionische Handprothesen, die leistbar und leicht zu warten sind. Im Interview verrät Popescu den nächsten Schritt: „Die gewonnenen 15.000 Euro werden dazu beitragen, unser finales, konformes Produkt zu bauen – mit zugelassenen Materialien und Elektronik für Medizinprodukte.“
Origin BCI rund um David-Alexandru Popescu (2.v.l.) erhielt den Innovation Champion Award | (c) egressyorsifoto
Scalable Champion Award: TalentsLounge
Den „Scalable Champion Award“ sicherte sich Anna Gawin mit der österreichischen Plattform TalentsLounge (DaVinciLab). Die Plattform befähigt Lehrkräfte, Künstliche Intelligenz und Zukunftskompetenzen zu unterrichten. Gawin hat ein klares Ziel für die 15.000 Euro Preisgeld: „Wir werden unsere Plattform ins Polnische und Ungarische übersetzen und erste Pilotprojekte mit rund 500 Schülerinnen und Schülern an polnischen und ungarischen Schulen in Wien umsetzen.“
TalentsLounge rund um Anna Gawin holte sich den Scalable Champion Award | (c) egressyorsifoto
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