24.06.2025
STUDIE

Quantentechnologie: Österreich hinkt bei Finanzierung hinterher

Der Quantum Technology Monitor 2025 von McKinsey zeigt: Der Bereich Quantentechnologie erlebt derzeit eine rasante Wachstumsphase. In Österreich fehlt es aber - wie so oft - an Kapital.
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Quantentechnologie - Symbolbild
(c) Adobe Stock - Bartek Wróblewski

Nicht alle Technologien, denen über Jahre hinweg eine große Zukunft vorausgesagt wird, erfüllen letztlich die Erwartungen. Bei Quantentechnologie scheint der seit langem heraufbeschworene Boom nun aber endgültig da zu sein. Das legen die Zahlen aus dem Quantum Technology Monitor 2025 von McKinsey nahe. Beim Beratungsunternehmen ist entsprechend auch von einem „Wendepunkt“ in diesem Jahr die Rede. Zurückgeführt wird das auch auf weitere Durchbrüche in den Technologiefeldern Quantencomputing, Quantenkommunikation und Quantensensorik.

Quantentechnologie-Umsätze überschreiten Milliardenmarke – fast Verhundertfachung in zehn Jahren prognostiziert

Konkret stiegen etwa die weltweiten Investitionen in Quanten-Startups von 2023 auf 2024 um 50 Prozent auf rund zwei Milliarden US-Dollar. Auffällig ist dabei auch ein starker Anstieg des Anteils öffentlicher Mittel am Gesamtvolumen von 15 auf 34 Prozent. 2025 sollen die Umsätze von Quantencomputing-Unternehmen laut McKinsey auch erstmals die Marke von einer Milliarde US-Dollar übersteigen – schon 2024 waren sie gemäß Schätzung zwischen 650 und 750 Millionen Dollar gelegen. Und das ist erst ein kleiner Anfang. Laut Prognose könnte das Volumen bis 2035 weltweit auf bis zu 97 Milliarden US-Dollar pro Jahr ansteigen.

Acht von 19 Neugründungen in Europa

Europa ist dabei durchaus aktiv: Acht von weltweit 19 von McKinsey erfasste Neugründungen im Quantenbereich gab es vergangenes Jahr hier. „Die rasante Entwicklung im Quantentechnologie-Sektor zeigt, dass Europa eine führende Rolle in der Welt spielen könnte“, meint Henning Soller, McKinsey-Partner und Leiter der Quantum Technology Research Group beim Beratungsunternehmen.

Österreich: „Fehlt an Finanzierung, um wissenschaftliche Exzellenz in wirtschaftlichen Erfolg zu überführen“

Wie so oft ist das aber auch eine Frage der Finanzierung. China steckte allein bis April 2025 mehr als 15 Milliarden US-Dollar an öffentlichen Mitteln in die Technologie, Japan 7,4 Milliarden und die USA sechs Milliarden. Deutschland spielt hier mit 5,2 Milliarden US-Dollar durchaus in derselben Liga. Österreich hinkt dagegen mit 127 Millionen US-Dollar weit hinterher. „Österreich investiert stark in die Quantenforschung, doch es fehlt an ausreichender Finanzierung, um wissenschaftliche Exzellenz in wirtschaftlichen Erfolg zu überführen. Um international wettbewerbsfähig zu bleiben, braucht es mehr staatliche und industrielle Unterstützung bei der Kommerzialisierung von Forschungsergebnissen“, kommentiert Martin Wrulich, Managing Partner von McKinsey in Österreich.

Starke Implikationen von Quantentechnologie für KI und Cybersecurity

Generell entwickle sich das Thema auch immer mehr zum geopolitischen Faktor, nachdem die Technologie auch für Verteidigung und KI relevant ist, heißt es von McKinsey weiter. „Wir sehen eine klare Verschiebung: Quantentechnologien werden nicht mehr nur gefördert, sondern zunehmend strategisch gesteuert in Wirtschaftsräumen, die Technologieführerschaft anstreben“, so Henning Soller. Vor allem in den Bereichen KI und Cybersecurity sind die Implikationen der Quantentechnologie enorm, wie im Quantum Technology Monitor 2025 ausgeführt wird.

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Vl.: Georg Reich, CFO/COO Checkyeti, Timothée de Roux, CEO Manawa, Jakob Keller, CEO Checkyeti | (c) Checkyeti
Vl.: Georg Reich, CFO/COO Checkyeti, Timothée de Roux, CEO Manawa, Jakob Keller, CEO Checkyeti | (c) Checkyeti

Medial war es in den vergangenen Jahren eher ruhig rund um den Wiener Outdoor- und Nature-Activity-Marktplatz Checkyeti. Brutkasten berichtete zuletzt 2019 über eine Vier-Millionen-Euro-Finanzierungsrunde. Seitdem hat sich dem Vernehmen nach jedoch einiges getan, wie öffentlich einsehbaren Firmendaten zu entnehmen ist.

So dürfte es etwa 2024 eine größere Finanzierungsrunde gegeben haben – in diesem Jahr kam es zu einer signifikanten Anteilsverschiebung zur oberösterreichischen Investmentgesellschaft Bamberger GmbH und einer deutlichen Steigerung des im Jahresabschluss ausgewiesenen Eigenkapitals. Zudem verließ in dem Jahr Co-Founder Stefan Pinggera das Unternehmen. Georg Reich hingegen ist nach wie vor Geschäftsführer – mittlerweile gemeinsam mit Jakob Keller. Im jüngsten einsehbaren Jahresabschluss 2024/2025 steht weiterhin eine Vergrößerung des Bilanzverlusts um fast drei Millionen Euro zu Buche, was auf Verluste in der Höhe hindeutet. Gleichzeitig stiegen die liquiden Mittel deutlich.

Zwei „sehr komplementäre“ Unternehmen

Nun gab Checkyeti aber die Übernahme eines französischen Konkurrenten bekannt. Mit der 2021 in Paris gegründeten Alentour SAS kauft das Wiener Unternehmen den Marktplatz Manawa auf, der ebenfalls auf Outdoor- und Nature-Aktivitäten spezialisiert ist. Dabei bringe man „zwei sehr komplementäre“ Unternehmen zusammen, wird betont. „Die Transaktion bringt nicht nur eine Vergrößerung des Unternehmens, sondern vereint sich ergänzende geografische Stärken, Produktportfolios, Technologien und langjährige Beziehungen zu Anbietern und schafft so eine stärkere Plattform für Kund:innen, Anbieter von Aktivitäten und Reiseziele gleichermaßen“, heißt es dazu.

Französische Banque des Territoires finanziert Deal mit

Über das Volumen des Deals gibt es keine Auskunft. Der Deal werde teilweise über die französische Banque des Territoires finanziert, die bereits zuvor Manava finanzierte und nun auch Anteilseigner der Gruppe wird. Die Marke Manawa soll innerhalb der Gruppe erhalten bleiben, das Unternehmen weiterhin eigenständig agieren – aber im Rahmen einer intensiven Zusammenarbeit. Gemeinsam biete man nun ein Netzwerk von mehr als 8.000 Anbietern in ganz Europa mit Zugang zu mehr als 27.000 Outdoor- und Naturerlebnissen und schaffe damit den größten spezialisierten Marktplatz für Outdoor- und Naturaktivitäten auf dem Kontinent.

„Wir können nun die Zukunft unserer Branche aktiv mitgestalten“

„Diese Transaktion spiegelt die Position wider, die Checkyeti in den vergangenen Jahren aufgebaut hat. Wir können nun die Zukunft unserer Branche aktiv mitgestalten, anstatt nur an ihr teilzunehmen. Unsere Ambition geht weit über den Zusammenschluss zweier erfolgreicher Unternehmen hinaus“, kommentiert Checkyeti-CEO Jakob Keller. Und Co-Founder und COO Georg Reich meint: „Manawa ist eine hervorragende strategische Ergänzung, die komplementäre Stärken, tiefes lokales Fachwissen und vertrauensvolle Beziehungen zu Anbietern einbringt. Gemeinsam können wir mehr in den digitalen Vertrieb, die KI-gestützte Kundenakquise, Automatisierung und das Kundenerlebnis investieren und gleichzeitig einen deutlich größeren Mehrwert sowohl für Anbieter als auch für Reisende schaffen.“

Manawa-CEO Timothée de Roux sagt: „In den vergangenen Jahren haben wir eine starke Plattform und vertrauensvolle Beziehungen zu Tausenden von Erlebnisanbietern in ganz Europa aufgebaut. Teil von CheckYeti zu werden, gibt uns die Größe, die Technologie und die Ressourcen, um diesen Weg zu beschleunigen und noch mehr Mehrwert für unsere Partner und Kunden zu schaffen.“

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