21.01.2025
KOOPERATION

Wettbewerbsfähigkeit @Risk: Wie Wien auf der 10. Innovationskonferenz Zukunft gestaltet

Vom 28. bis 30. Jänner 2025 lädt die Wiener Innovationskonferenz zur gemeinsamen Gestaltung der Zukunft. Auf der Agenda: Arbeitsmarkt, Gesundheit, Klima und vieles mehr.
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Die Wiener Innovationskonferenz findet im Rathaus der Stadt statt © Alexandra Kromus, Stadt Wien - PID

Die Brutkasten Media GmbH unterstützt als Eventagentur bei der Umsetzung der 10. Wiener Innovationskonferenz.


Neue Technologien, Klimaziele und ein sich rasch wandelnder Arbeitsmarkt stellen Wien vor große Herausforderungen. Vom 28. bis 30. Jänner 2025 lädt die 10. Wiener Innovationskonferenz dazu ein, über den globalen Wettbewerb und den Weg in eine nachhaltige Zukunft zu diskutieren. Im Mittelpunkt steht die Frage, wie Wien langfristig eine Vorreiterrolle in Europa einnehmen kann – auch unter unsicheren Bedingungen, die mit dem Motto „Wettbewerbsfähigkeit @Risk“ bewusst gemacht werden sollen.

Wien will Zukunft gestalten

Die 10. Wiener Innovationskonferenz widmet sich 2025 der zentralen Frage, wie Wien seine Position als zukunftsorientierter Wirtschafts- und Innovationsstandort behaupten und ausbauen kann. Neue Technologien wie Quantentechnologie und künstliche Intelligenz sollen dabei nicht nur theoretisch erforscht, sondern rasch in die Praxis überführt werden.

Zudem beschäftigen sich Expert:innen aus Wirtschaft, Wissenschaft und Politik mit Ressourceneffizienz, Kreislaufwirtschaft, Arbeitsmarkt und Gesundheit. All diese Themen kreisen um das Leitmotiv „Wettbewerbsfähigkeit @Risk“, das Unsicherheiten im globalen Wettbewerb verdeutlicht und Chancen darin aufzeigen will. Drei Tage lang – vom 28. bis 30. Jänner 2025 – stehen Paneldiskussionen und Networking-Gelegenheiten im Wiener Rathaus und online auf dem Programm.

Innovation und Arbeitsmarkt im Fokus

Am ersten Konferenztag (28. Jänner) kommen Teilnehmer:innen im Festsaal des Rathauses zusammen. In drei Panels wird beleuchtet, wie sich ein starkes Innovationsökosystem in Wien aufbauen lässt und welche Schritte notwendig sind, um aus technologischen Stärken marktfähige Anwendungen zu machen.

Zu den Referierenden zählen unter anderem Stadtrat Peter Hanke, Patricia Neumann, CEO von Siemens sowie Andreas Nemeth, CEO von UNIQA Ventures, Vertreter:innen der Wiener Stadtwerke sowie von Forschungsinstitutionen wie der TU Wien.

Auch die Zukunft des Arbeitsmarkts erhält breiten Raum: Angesichts zunehmender Digitalisierung und Fachkräftemangel will Wien Wege finden, Beschäftigungschancen für alle Bevölkerungsgruppen zu sichern. Dazu stellen Organisationen wie ABZ*AUSTRIA Best-Practice-Modelle vor, die zeigen, wie Frauen oder Personen mit Migrationshintergrund am Arbeitsmarkt gefördert werden können.

Lebensmittel, Energie und Kreislaufwirtschaft

Der zweite Konferenztag (29. Jänner) findet online statt und widmet sich drei großen Themen: innovativen Konzepten für den Lebensmittelsektor, der Energiewende und dem sinnvollen Umgang mit Ressourcen. In einem Panel unter dem Titel „Vienna Food Pioneers – ein Hoffnungsmarkt?“ diskutieren Startups, darunter Robin Simsa von Revo Foods und Andrea Alber von Kern Tec, Vertreter:innen der BOKU sowie der Koelnmesse GmbH darüber, wie lokale Lebensmittelproduktion nachhaltig gestaltet und wirtschaftlich erfolgreich sein kann.

Anschließend richten Expert:innen von Wien Energie, Heizma und dem Austrian Institute of Technology ihren Fokus auf die Frage, wie eine rasche Energiewende gelingen könnte. Dabei wird insbesondere hervorgehoben, welche Technologien und Strategien erforderlich sind, um das Stadtgebiet klima- und zukunftsfähig zu machen. Ein weiteres Panel dreht sich um die Kreislaufwirtschaft: Expert:innen der Greiner AG, der MA 48, der Wirtschaftsagentur Wien sowie der Fachhochschule des BFI Wien stellen Ideen vor, wie Wirtschaftskreisläufe geschlossener werden und Abfälle zu Ressourcen werden können.

Gesundheit und Datensicherheit

Am dritten Konferenztag (30. Jänner) stehen Innovationen für ein längeres, gesünderes Leben und der Schutz digitaler Systeme im Mittelpunkt. Forschende und Unternehmer:innen aus der Gesundheitsbranche geben Einblick, wie KI-Anwendungen oder MedTech-Startups zur Krankheitsprävention und Patientenversorgung beitragen können.

Ein anschließender Live-Hacking-Vortrag von CyberSecurity Austria macht sichtbar, wo Gefahren für unsere Daten liegen, wenn digitale Lösungen nicht ausreichend geschützt sind. In einem weiteren Panel diskutieren Expert:innen von Forschungseinrichtungen der TU Wien sowie der FH Campus Wien und aus IT-Sicherheitsunternehmen, wie kritische Infrastruktur und persönliche Informationen langfristig abgesichert werden können.

Vernetzung für neue Impulse

Während der gesamten Konferenz haben Teilnehmende die Gelegenheit, sich in kurzen Meeting-Slots entweder persönlich im Rathaus (nur am ersten Tag) oder online zu vernetzen. Diese Treffen sollen nicht nur dem Austausch von Fachwissen, sondern auch dem Knüpfen neuer Kooperationen zwischen etablierten Firmen, Startups, Hochschulen und Verwaltung dienen.

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v.l. Matthias Schabetsberger, Managing Director Polestar Österreich, mit dem stellvertretenden schwedischen Botschafter Anders Lindgren. | © René Lueger

Der Ort war kein Zufall. „Wir sind eine schwedische Marke”, sagte Schabetsberger vor den Gästen in der schwedischen Botschaft, wo Polestar in Kooperation mit der schwedischen Handelskammer seit Jahren regelmäßig zu Gast ist. Neben Design, Performance und Nachhaltigkeit zahlten die Markenwerte stark auf gesellschaftliche Werte ein, die in Skandinavien hoch gelebt würden: Inklusion, Vielfalt, Gender Equality.

Wie schwedisch das Unternehmen ist, machte er an Zahlen fest: Von den etwas mehr als 2.000 Mitarbeitern arbeiten mehr als zwei Drittel in Schweden. Entwickelt, abgestimmt und designt wird in Schweden, wo die Verbindung zur Schwestermarke Volvo nach wie vor eng ist. Entstanden ist Polestar vor rund zehn Jahren aus einem schwedischen Rennteam, mit einem klaren Bekenntnis zum reinen Elektroantrieb. “So wollen wir als kleine schwedische reine Elektroauto-Marke der Challenger sein für die große Automobilindustrie”, so Schabetsberger.

Der stellvertretende schwedische Botschafter Anders Lindgren nannte Polestar ein gutes Beispiel dafür, wie Innovation den Übergang zur Elektromobilität in praktische Lösungen übersetzt. Die Erfahrung Schwedens zeige, dass Nachhaltigkeit und Wettbewerbsfähigkeit einander verstärken.

Fünf Jahre Polestar in Österreich: Jubiläumsempfang in der schwedischen Botschaft im 9. Wiener Bezirk. | © René Lueger

“Wir waren ein Startup und sind jetzt ein Scaleup”

Im Gespräch mit brutkasten zog Schabetsberger eine Parallele zur Gründerszene. Polestar sei ein junges Unternehmen: “Wir waren ein Startup und sind jetzt ein Scaleup.” Diese Dynamik habe man bewusst gewählt, ebenso den Anspruch, Dinge anders zu denken als klassische Mitbewerber. Einen typischen Polestar-Fahrer gebe es nicht, die Marke sei über alle Altersklassen hinweg beliebt, mit einem relativ ausgeglichenen Anteil männlicher und weiblicher Kunden. Was sie verbinde: die Einstellung zur Elektromobilität und zu gesellschaftlichen Werten. Als skandinavische Marke sei Polestar Europas einzige rein elektrische Automarke.

Polestar ist darüber hinaus eng mit dem schwedischen Innovationsökosystem verbunden. In Göteborg ist Polestar Partner von MobilityXlab, einem Innovationshub am Lindholmen Science Park, der Tech-Startups mit Unternehmen wie Ericsson, Volvo Group und Zenseact zusammenbringt. Ursprünglich auf Mobilität und Konnektivität fokussiert, öffnet sich die Plattform seit September 2026 auch für weitere Industrien. Ausgewählte Startups arbeiten eng mit Polestar an Proofs of Concept, etwa für digitale Customer Journeys und das Erlebnis im Fahrzeug.

Quiet Luxury statt noch mehr Touchscreens

Auf die Frage nach dem Design antwortete Schabetsberger mit einem Begriff aus der Mode: Quiet Luxury. Für Polestar heiße das: “wir brauchen aus unserer Sicht nicht mehr, sondern besser”. Während viele Premiumhersteller im Innenraum mit Holz, Alu, Leder, vielen Lichtvarianten und immer mehr Bildschirmen arbeiten, gehe Polestar einen anderen Weg: klare Linien, reduziertes, funktionales Design. “Wir finden immer mehr Kunden, die in einer aufgeregten Welt mit ständig neuen Produkten und ständiger Veränderung genau dieses reduzierte Design, diesen Quiet Luxury schätzen.” Das Prinzip gelte auch für den Auftritt der Marke: “Man muss jetzt nicht unbedingt immer laut schreien, um gehört zu werden.”

Der Polestar 5 vor der schwedischen Botschaft in Wien: Der vollelektrische Grand Tourer ist das neue Flaggschiff der schwedischen Marke und leistet in der Performance-Version bis zu 650 kW. | © René Lueger

Weniger Bildschirme heißt dabei nicht weniger Technologie. Beim neuen Polestar 4 SUV zieht mit Google built-in der KI-Assistent Google Gemini ins Auto ein. Dank der engen Partnerschaft mit Google ist dieser sukzessive auch in weiteren Modellen verfügbar. Funktionen wie Vehicle-to-Load und ein Camping Mode kommen per Software-Update. Die Transparenz, die Schabetsberger betont, hat eine Zahl: Für den Polestar 4 SUV weist Polestar den CO2-Fußabdruck bis zum Werkstor aus, 20,2 Tonnen CO2-Äquivalent bei der Rear-Motor-Variante. Bis 2030 will Polestar die Treibhausgasemissionen pro verkauftem Fahrzeug halbieren, bis 2040 in der gesamten Wertschöpfungskette klimaneutral sein. Und Polestar Charge bündelt mehr als 1,25 Millionen Ladepunkte in Europa über ein Konto, inklusive Tesla Supercharger.

Von drei auf 13 Standorte

Gestartet ist Polestar in Österreich mit einem Direct-to-Consumer-Modell und einem Polestar Space in der Wiener Herrengasse, später kamen Graz und Linz dazu. Im Vorjahr wurde das Modell erweitert: Online bestellen geht weiterhin, zusätzlich können Kunden bei regionalen Partnern in einem Agentursystem Probe fahren, kaufen und das Fahrzeug ausgeliefert bekommen. Die Zahl der Standorte wuchs von drei auf 13, von Dornbirn bis Wien.

Dahinter steht eine Marktbeobachtung: Traditionell seien Flottenkunden die Early Adopter gewesen, in den vergangenen zwölf bis 24 Monaten komme das Wachstum aber vor allem von Privatkunden und Kleinunternehmen. Um sie in Vorarlberg, Tirol oder Salzburg zu erreichen, brauche es regionale Partner. Fünf Jahre nach dem ersten Polestar Space blickt Schabetsberger nach vorne, auf “weitere Jahrzehnte in enger Kooperation”.

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