Wärmepumpen-Spezialist wird neuer Präsident der IV Niederösterreich
Kari Ochsner ist der neue Präsident der Industriellenvereinigung Niederösterreich. Der 49-jährige Unternehmer leitet ein niederösterreichisches Traditionsunternehmen mit 550 Mitarbeiter:innen.
Mehr als acht Jahre hatte Thomas Salzer das Amt des IV-Präsidenten in Niederösterreich inne. Auf ihn folgt nun Kari Ochsner. Der 49-jährige Unternehmer wurde in einer Vorstandssitzung im Zuge der ordentlichen Vollversammlung 2023 im Haus der Digitalisierung in diese Position gewählt, wie die IV am Mittwoch bekannt gab.
„Mein oberstes Ziel ist die Wettbewerbsfähigkeit des Industriestandortes Niederösterreich“, so Ochsner in seiner Rede zum Amtsantritt.
Der Präsident und das Präsidium werden laut Statuten in Vier-Jahres-Abständen gewählt, wahlberechtigt sind alle Vorstandsmitglieder. Unterstützt wird Ochsner bei seiner neuen Tätigkeit von einem mehrköpfigen Team, dem ebenfalls neu zusammen gesetzten IV-NÖ-Präsidium: Barbara Ascher (Geschäftsführerin Feller GmbH), Andreas Welser (Geschäftsführer Welser Profile) und Johann Eggerth (Managing Director Vetropack Austria).
Familienunternehmen in fünfter Generation
Seit 2008 leitet Ochsner in fünfter Generation das familiengeführte Industrie-Unternehmen Ochsner Wärmepumpen. Er hat das Unternehmen mit mehreren Standorten in Niederösterreich laut IV innerhalb des letzten Jahrzehnts vollständig neu strukturiert. Ochsner Wärmepumpen ist internationaler Technologieführer mit einer Exportquote von 80 Prozent. Das Unternehmen verfügt aktuell über 550 Mitarbeiter:innen.
IV Niederösterreich möchte Standort bekannter machen
„Unsere Vision lautet: Der Industriestandort Niederösterreich soll nicht nur erhalten, sondern auch weiterentwickelt werden, um als attraktiver Ort für Unternehmen aus anderen Bundesländern, ja sogar aus anderen EU- und Nicht-EU-Staaten, wahrgenommen zu werden“, so Ochsner. Derzeit zählt der Industriestandort rund 1000 Betriebe und 80.000 Beschäftigte.
Ochsner ist zudem stellverstretender Aufsichtsratsvorsitzender der ÖBAG, in der die Beteiligungen der Republik Österreich verwaltet werden, und Vize-Präsident des Österreichischen Wärmepumpenverbandes.
„Warum das Ganze?“: Ex-Lieferando-HR-Chef gründet Volunteering-Startup
In Zeiten von Covid leitete Axel Menzel die Personalabteilung von Lieferando in Österreich und der Schweiz. "The sky was the limit", beschreibt er. Es wurden Hunderte Mitarbeiter pro Monat eingestellt. Nach dem Ende der Lockdowns kam der starke Stellenabbau und für den gebürtigen Deutschen stellte sich die Sinnfrage. Er gründete daraufhin die Plattform Sobbatical, über die Voluntäre an Non-Profit-Organisationen für Freiwilligenarbeit vermittelt werden.
„Warum das Ganze?“: Ex-Lieferando-HR-Chef gründet Volunteering-Startup
In Zeiten von Covid leitete Axel Menzel die Personalabteilung von Lieferando in Österreich und der Schweiz. "The sky was the limit", beschreibt er. Es wurden Hunderte Mitarbeiter pro Monat eingestellt. Nach dem Ende der Lockdowns kam der starke Stellenabbau und für den gebürtigen Deutschen stellte sich die Sinnfrage. Er gründete daraufhin die Plattform Sobbatical, über die Voluntäre an Non-Profit-Organisationen für Freiwilligenarbeit vermittelt werden.
Egal ob ein Jugendzentrum in Estland, ein Sportclub in Bordeaux oder ein Eselheim auf Korfu, Freiwilligenarbeit kann vielfältig sein und wird vor allem eines: gebraucht. Laut Statistik Austria engagieren sich in Österreich knapp 50 Prozent aller Personen, die älter als 15 Jahre sind, in der Freiwilligenarbeit. Um die Arbeit vor allem international zu erleichtern, gibt es Plattformen, die vernetzen und dafür Geld verlangen. „Das ist eine milliardenschwere Industrie und das finde ich ganz, ganz schrecklich“, sagt Sobbatical-Founder Axel Menzel im brutkasten-Gespräch. Der gebürtige Deutsche möchte mit seiner Plattform Menschen kostenfrei zur Freiwilligenarbeit vermitteln. Dabei kommt Menzel aus einem ganz anderen Bereich.
„The sky was the limit“
Jede:r hat wohl noch den März 2020 im Kopf, als der damalige Bundeskanzler Sebastian Kurz den ersten Lockdown verkündete. Genau in dieser Zeit begann Menzel als Personalleiter bei Lieferando. „Essenslieferungen waren dann so eine Branche, die das Leben und vor allem die Gastronomie irgendwie noch in Gang gehalten haben“, erklärt der Wahl-Wiener und ergänzt: „The Sky was the limit. Wir haben mehrere Hundert Personen pro Monat eingestellt.“
Nach Covid ging es in die andere Richtung. „Dann hieß es Abbau“, sagt er. Schlussendlich wurde er als letzte Person seiner Abteilung 2025 gekündigt. Nach Jahren der Skalierung und eines darauffolgenden massiven Abbaus stellte sich für Menzel die Sinnfrage: „Warum das Ganze? Was bringt uns das als Gesellschaft?“ So kam er auf die Idee, Sobbatical zu gründen.
Das ist eine milliardenschwere Industrie. Und das finde ich ganz, ganz schrecklich.
Axel Menzel, CEO von Sobbatical
Freiwilligenarbeit zugänglich und leistbar machen
Menzels Idee der Vermittlung von Freiwilligenarbeit ist nicht neu. Was ihn aber von bisherigen Plattformen unterscheidet: Sein Dienst ist grundsätzlich kostenfrei. „Ich verdiene mit der Vermittlung und mit dem Angebot von Freiwilligenarbeit kein Geld. Sie soll zugänglich für alle und damit auch leistbar sein“, erklärt er. Auch eine Listung der Non-Profit-Organisationen auf der Plattform sei kostenlos. Insgesamt ist Sobbatical neben Deutschland und Österreich in 21 europäischen Ländern aktiv und versteht sich daher als internationaler Vermittler.
Er beschreibt seine Plattform als einen „One-Stop-Shop“ über Ländergrenzen hinweg. Von Unterkunfts- über Reise- bis zu Versicherungsfragen unterstütze Sobbatical die Voluntär:innen. „Wir arbeiten mit Servicepartnern wie z. B. einem Versicherungsbroker, mit einer Plattform für Unterkünfte und einer für Reisen zusammen“, erklärt Menzel.
Profitabel durch „Sobi“ und Corporate Volunteering
Sein Unternehmen möchte er mit einem KI-Assistenten rentabel gestalten. „Sobi“ kostet 59 Euro im Jahr und soll bei der Planung und Organisation der Freiwilligenarbeit helfen. „Du hast dann jemanden, der dich bei deinem ersten Gedanken wie z. B. ‚Was gibt es für mich denn Passendes?‘ über die konkrete Vorbereitung und darüber hinaus unterstützt“, erklärt Menzel.
Zudem möchte Sobbatical ab nächstem Jahr auch mit Unternehmen Umsatz generieren. Eine Zusammenarbeit mit der Wirtschaftsuniversität Wien soll die Wirkungsmessung von Corporate Volunteering digitalisieren und so die Messung des Social Return on Investment vereinfachen.
„Wir wollen messbar machen, welche gesellschaftliche Wirkung der ehrenamtliche Einsatz einer Belegschaft hat“, erklärt Menzel und nennt ein fiktives Beispiel: „Angenommen, ein Unternehmen stellt eine Mitarbeiterin für ein paar Tage für Freiwilligenarbeit frei, und das kostet 1.000 Euro. Dann soll man über uns sehen können, dass dieser Einsatz zum Beispiel einen gesellschaftlichen Mehrwert von 8.000 Euro geschaffen hat.“ Letzteres wird eben Social Return on Investment genannt.
Marktstart noch 2026 geplant
Die Webseite läuft bereits, die App befindet sich noch in der Beta-Version. Man kann sich als Testnutzer registrieren, der KI-Assistent funktioniert jedoch noch nicht. Menzel möchte aber sowohl die fertige Website als auch den digitalen Assistenten noch in diesem Quartal launchen. „Der virtuelle Assistent existiert schon, wir testen ihn gerade intensiv. Er soll erst dann für alle verfügbar sein, wenn er wirklich verlässlich weiterhilft“, erklärt er.
Sobbatical versucht, „das Maß an personenbezogenen Daten auf einem Minimum zu halten.“ Gespeichert würde nur, was für Vermittlung und Vorbereitung notwendig ist, wie etwa Staatsbürgerschaft oder Wohnland, um Einreisebestimmungen prüfen zu können. Die meisten personenbezogenen Daten würden direkt zwischen Non-Profit-Organisation und Volunteer ausgetauscht werden.
Solange wie möglich „kein Venture Capital“
Sobbatical ist gebootstrappt und das soll sich auch in naher Zukunft nicht ändern. „Ich möchte kein Venture Capital aufnehmen, solange es möglich ist“, sagt Menzel, der aber auch einsieht, dass er für die weitere Entwicklung seiner Plattform noch mehr finanzielle Mittel benötigt. „Gerade, wenn es um die Entwicklung des Corporate-Volunteering-Angebots geht“, sagt Menzel. Daher sei er gerade auf der Suche nach passenden Förderungen.
Das für Startups wie Sobbatical übliche „Verified Social Enterprise-Label“ hat Menzel noch nicht angefragt. Im Individual Volunteering sieht er bislang keinen großen Mehrwert des Labels, weil viele Einzelpersonen von außerhalb Österreichs und sogar außerhalb Europas kommen würden. „Das Label ist vor allem hierzulande bekannt“, erklärt er. Da sich Sobbatical aber verstärkt im B2B-Bereich aufstellen möchte, „ist es in Zukunft eine Überlegung.“
Aktuelle Nachrichten zu Startups, den neuesten Innovationen und politischen Entscheidungen zur Digitalisierung direkt in dein Postfach. Wähle aus unserer breiten Palette an Newslettern den passenden für dich.