30.10.2023

Damn Plastic: Salzburger Startup expandiert mit Franchise-Stores nach Deutschland und in die Schweiz

Das Salzburger Startup Damn Plastic expandiert mit einem Franchise-Konzept nach Deutschland und in die Schweiz. Ein erster Store wurde so bereits in Slowenien eröffnet.
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v.l. Stephanie Sinko und Victoria Neuhofer (c) damnplastic

Als sogenannte „Impact Products“ bezeichnet Damn Plastic-Gründerin Victoria Neuhofer die Produkte, die ihr Startup seit 2019 vertreibt und entwickelt. Konkret handelt es sich dabei um Waren, die aus Müll hergestellt werden, zur Reduzierung von Müll beitragen oder vollständig plastikfrei sind. Derzeit bietet das Unternehmen laut eigenen Angaben über 2000 Produkte aus unterschiedlichen Produktkategorien an, die über die B2B- und B2C-Schiene vertrieben werden.

Dazu zähen neben Fashion auch Haushaltsprodukte, Sportartikel oder Beauty-Produkte. Für den Vertrieb setzt das Startup, neben seinem Online-Shop, bereits seit mehreren Jahren auf ein Store-Konzept, wobei es mittlerweile sechs Damn-Plastic-Shops gibt.

Slowenien als erster Testmarkt für Franchise-Konzept

Einer dieser sechs Standorte wurde bereits im Oktober 2022 in Ljubljana als Franchise-Store eröffnet. Nach einer ersten Testphase soll das Franchise-Konzept nun auch auf andere Länder ausgeweitet werden, wie Neuhofer gegenüber brutkasten erläutert. „Derzeit haben wir einen weiteren Franchise-Store in Deutschland und einen in der Schweiz in Planung“, so Neuhofer. Sofern alles nach Plan verläuft soll der Shop in Deutschland noch im November eröffnen. In Österreich zählt das Startup derzeit fünf Standorte, die vom Startup allerdings selbst betrieben werden.

(c) Damn Plastic

Damn Plastic setzt auch auf Eigenentwicklung

Wie Neuhofer weiters ausführt, entwickelt das Startup mittlerweile auch selbst Produkte und hat dafür Patente angemeldet. „Die Produktion lagern wir aber zu unseren Suppliern aus“, so Neuhofer, die sich bewusst auf den Vertrieb und die Entwicklung der Produkte spezialisieren möchte. Derzeit zählt Damn Plastic rund 250 kooperierenden Unternehmen als Partner.

Für das weitere Wachstum schließt Neuhofer eine Finanzierungsrunde mit externen Investoren allerdings nicht aus. Derzeit würde das Startup, das selbst finanziert ist, ein Umsatzwachstum von rund 50 Prozent verzeichnen, wobei der B2B-Vertrieb immer stärker wird, wie Neuhofer anmerkt.

Internationale Auszeichnung für Damn Plastic

Für das Impact-orientierte Geschäftsmodell wurde Damn Plastic erst unlängst mit dem Great Companies Global Business Award – 2023 in der Kategorie „Retail“ ausgezeichnet. Das Startup konnte sich dabei als einziges Unternehmen aus Österreich im Zuge des globalen Wettbewerbs durchsetzen, der innovatives Unternehmertum auszeichnet. Mehr darüber könnt ihr auch hier erfahren.

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Vl. A1-CCO Martin Resel und IBM-Österreich-Chef Marco Porak | © A1/APA/Hörmandinger
Vl. A1-CCO Martin Resel und IBM-Österreich-Chef Marco Porak | © A1/APA/Hörmandinger

Dass für Unternehmen kein Weg mehr an Agentic AI vorbeiführt, ist mittlerweile ein Gemeinplatz. Dass eine sichere und konforme Umsetzung davon nicht so einfach ist, ebenfalls. „Für KI im Unternehmenskontext gelten andere Spielregeln als im privaten Bereich. Ich spreche hier besonders von souveräner KI“, sagt Marco Porak, Generaldirektor von IBM Österreich, bei einem gemeinsamen Pressetermin mit A1 und dessen Cloud-Tochter Exoscale. Mit einer gemeinsamen Plattform, die IBM watsonx auf A1 Exoscale bringt, will man Unternehmenskunden gemeinsam eine sichere und digital souveräne Lösung bieten.

„Wir sind Teil der kritischen Infrastruktur“

Denn Schatten-KI, also die Nutzung privater bzw. vom Unternehmen nicht genehmigter KI-Anwendungen durch Mitarbeiter:innen, sei ein echtes Sicherheitsrisiko, betont Martin Resel, stv. Vorstandsvorsitzender von A1 und CCO Enterprise. „Unternehmen können es sich nicht leisten, KI nicht zu nutzen. Da geht es um Wettbewerbsfähigkeit. Alles muss effizienter werden, etwa auch in der Verwaltung. Wenn man dann aber Daten global findet, die eigentlich nicht global gespeichert werden sollten, ist das ein Problem“, sagt Resel.

Für viele A1-Unternehmenskunden und auch für A1 selbst sei das besonders relevant. „Wir sind Teil der kritischen Infrastruktur. Viele hochsensible Daten laufen auf unseren Netzen. Wir haben nicht nur Unternehmen aller Größen als Kunden, sondern zum Beispiel auch Ministerien“, sagt der A1-CCO. Gerade in der aktuellen geopolitischen Situation müssten sich Österreich und ganz Europa daher souverän aufstellen.

Orchestrierte KI-Agenten mit klaren Regeln und voller Transparenz

Und wie macht das die gemeinsame Plattform? „Ich bin mir bewusst, dass ich Repräsentant eines amerikanischen Unternehmens bin“, räumt Marco Porak ein. IBM habe aber nach nicht weniger als 98 Jahren am österreichischen Markt ein anderes Standing, als etwa die US-Hyperscaler. Warum? „IBM hat seit jeher das Prinzip, dass Kundendaten Kundendaten sind und die Architektur vom Kunden bestimmt wird“, so Porak. Und: „Globale Innovation und lokale Kontrolle widersprechen einander nicht.“ Genau so sei es auch bei watsonx. Kunden können dort entscheiden, welche KI-Modelle genutzt werden und wo die Daten liegen. Die Bandbreite geht dabei von lokal gehosteten On-Premise-Lösungen über europäische bzw. Open-Source-Modelle auf europäischen Servern bis zu Frontier-Modellen in Datencentern der US-Hyperscaler.

Konkret greift das System auf eine Vielzahl an Large Language Models (LLMs) und Agentic-Modelle zurück und orchestriert KI-Agenten, um Tasks zu erfüllen. Die dazugehörige Governance-Plattform ermöglicht nicht nur das Festlegen der Regeln dafür, sondern bietet auch jederzeit komplette Transparenz, um jeden Arbeitsschritt und die dafür genutzten Modelle nachvollziehen zu können. Für Martin Resel ist dabei ebenfalls klar: „Dass alles, was aus Asien oder Amerika kommt böse ist, sehen wir nicht so. Wichtig ist die Wahlfreiheit.“ Die Plattform sei daher offen für sämtliche Modelle.

„Wir folgen einer sehr strikten Datenklassifizierung – selber und auch für unsere Kunden“

Je nach Usecase und dem damit verbundenen Sicherheits-Level der Daten seien unterschiedliche LLMs und Speicherorte sinnvoll. „Wir folgen einer sehr strikten Datenklassifizierung – selber und auch für unsere Kunden“, sagt Resel. Nach dieser erfolge die Entscheidung, welche Modelle genutzt werden können. Gleichzeitig optimiere die Plattform durch die passende Modell-Auswahl auch den Token-Verbrauch. „Das kann sonst bekanntlich schnell teuer werden“, sagt der A1-CCO.

A1 bietet seinen Enterprise-Kunden nicht nur Zugang zur Plattform, sondern auch begleitende Services, um diese aufzusetzen. Mit den europäischen Datencentern der Tochter Exoscale kommt noch das Angebot der souveränen Cloud im eigenen Land hinzu.

Wie watsonx für A1 und seine Kunden konkret funktioniert, zeigt Exoscale-KI-Experte Christos Kapodistrias beim Pressetermin vor. In seinem Beispiel arbeiteten nicht weniger als 14 KI-Agenten orchestriert zusammen, um eine optimale Vorbereitung auf ein Kundengespräch zu erstellen. „Diesen Usecase nutzen wir auch selber“, erklärt der Experte und zeigt die verschiedenen Sicherheits- und Kontrollmechanismen ebenso wie die Nachvollziehbarkeit über die Governance-Plattform. Marco Porak merkt dazu an: „Man sieht, es gibt mehrere Checkpoints im Prozess, der ‚Human in the Loop‘ bleibt erhalten.“ Denn es gehe eben darum, Menschen bei ihrer Arbeit zu unterstützen.

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