Das Startup Click&Paddle möchte nachhaltigen Wassersport an Kärntner Seen ermöglichen und bietet einen SUP- und Kajaksharing-Service an. Zum Einsatz kommen Wassersportgeräte, die frei von PVC sind.
Stand-up-Paddeln und Kajakfahren sind zunehmend beliebte Wassersportarten. Der Trend bringt allerdings Probleme mit sich. Häufig besteht die Ausrüstung aus umweltschädlichem PVC, die Weichmacher und Schadstoffe enthalten. Zudem belasten die Anschaffung als auch der Transport des eigenen Wassersportgerätes die Umwelt. Abhilfe möchte künftig das Kärntner-Startup Click&Paddle rund um Gründer Thomas Dickhoff schaffen, das an Kärnten Seen seit 2021 laut eigenen Angaben ein „nachhaltiges SUP- und Kajaksharing“ anbietet.
Click&Paddle setzt auf HDPE
Um die Umweltbelastung möglichst gering zu halten, bestehen alle Wassersportgeräte von Click&Paddle aus umweltschonendem HDPE. Im Gegensatz zu PVC gibt HDPE keine Schadstoffe ab und ist komplett recycelbar. „Tatsächlich sind unsere Kajaks bereits zu 100 Prozent aus recyceltem Material hergestellt. Zudem wird mit dem Teilen der Ausrüstung ein wertvoller Beitrag zur Ressourcenschonung geleistet“, so Dickhoff über den Umweltaspekt.
Die SUPs werden vom Startup allerdings nicht selbst hergestellt, sondern über einen externen Partner aus Österreich bezogen. „Die Kajaks müssen wir aus den USA importieren, da gibt es in Europa leider nichts vergleichbares“, so der Gründer.
(c) Click&Paddle
Online-Plattform für Buchung und Selbstbedienungs-Automaten
Die Buchung erfolgt über eine Online-Plattform. Kajaks und SUPs sind dabei in Selbstbedienungs-Automaten am Seeufer abholbereit und können anschließend zusammengebaut werden. Ein Schließfach am Ufer für persönliche Dinge und Zubehör sollen zudem das Wassersportvergnügen flexibel und bequem machen, wie Dickhoff anmerkt. Das Mieten der Kajaks und SUPs kostet sechs Euro pro Stunde. Derzeit betreibt das Startup vier Stationen an drei Kärntner Seen. Dazu zählen der Wörthersee, Ossiacher See und Faaker See.
Tipp der Redaktion
Anfang 2023 startete die brutkasten-Redaktion einen neuen thematischen Schwerpunkt zum Thema Kreislaufwirtschaft. Im Zentrum stehen Innovationen von Startups, Corporates und Mittelstand, die eine ressourceneffiziente und schadstoffarme Produktion ermöglichen. Zudem berichten wir über aktuelle Entwicklungen und Hintergründe rund um eine kreislauforientierte Wirtschaft – darunter auch über umweltfreundliche Materialen wie HDPE und weitere Material-Innovationen.
Fünf Jahre Polestar in Österreich: Warum die schwedische Marke nicht laut sein muss, um gehört zu werden
Drei weiße Polestar vor der schwedischen Botschaft in Wien-Alsergrund, drinnen die schwedische Fahne: Polestar Österreich hat sein fünfjähriges Bestehen im Schwedenhaus gefeiert. Managing Director Matthias Schabetsberger erklärte im Gespräch mit brutkasten, warum sich die Marke als Challenger der Autoindustrie versteht, was skandinavischer Minimalismus mit “Quiet Luxury” zu tun hat und wie Polestar mit Startups zusammenarbeitet.
Fünf Jahre Polestar in Österreich: Warum die schwedische Marke nicht laut sein muss, um gehört zu werden
Drei weiße Polestar vor der schwedischen Botschaft in Wien-Alsergrund, drinnen die schwedische Fahne: Polestar Österreich hat sein fünfjähriges Bestehen im Schwedenhaus gefeiert. Managing Director Matthias Schabetsberger erklärte im Gespräch mit brutkasten, warum sich die Marke als Challenger der Autoindustrie versteht, was skandinavischer Minimalismus mit “Quiet Luxury” zu tun hat und wie Polestar mit Startups zusammenarbeitet.
Der Ort war kein Zufall. „Wir sind eine schwedische Marke”, sagte Schabetsberger vor den Gästen in der schwedischen Botschaft, wo Polestar in Kooperation mit der schwedischen Handelskammer seit Jahren regelmäßig zu Gast ist. Neben Design, Performance und Nachhaltigkeit zahlten die Markenwerte stark auf gesellschaftliche Werte ein, die in Skandinavien hoch gelebt würden: Inklusion, Vielfalt, Gender Equality.
Wie schwedisch das Unternehmen ist, machte er an Zahlen fest: Von den etwas mehr als 2.000 Mitarbeitern arbeiten mehr als zwei Drittel in Schweden. Entwickelt, abgestimmt und designt wird in Schweden, wo die Verbindung zur Schwestermarke Volvo nach wie vor eng ist. Entstanden ist Polestar vor rund zehn Jahren aus einem schwedischen Rennteam, mit einem klaren Bekenntnis zum reinen Elektroantrieb. “So wollen wir als kleine schwedische reine Elektroauto-Marke der Challenger sein für die große Automobilindustrie”, so Schabetsberger.
Der stellvertretende schwedische Botschafter Anders Lindgren nannte Polestar ein gutes Beispiel dafür, wie Innovation den Übergang zur Elektromobilität in praktische Lösungen übersetzt. Die Erfahrung Schwedens zeige, dass Nachhaltigkeit und Wettbewerbsfähigkeit einander verstärken.
“Wir waren ein Startup und sind jetzt ein Scaleup”
Im Gespräch mit brutkasten zog Schabetsberger eine Parallele zur Gründerszene. Polestar sei ein junges Unternehmen: “Wir waren ein Startup und sind jetzt ein Scaleup.” Diese Dynamik habe man bewusst gewählt, ebenso den Anspruch, Dinge anders zu denken als klassische Mitbewerber. Einen typischen Polestar-Fahrer gebe es nicht, die Marke sei über alle Altersklassen hinweg beliebt, mit einem relativ ausgeglichenen Anteil männlicher und weiblicher Kunden. Was sie verbinde: die Einstellung zur Elektromobilität und zu gesellschaftlichen Werten. Als skandinavische Marke sei Polestar Europas einzige rein elektrische Automarke.
Polestar ist darüber hinaus eng mit dem schwedischen Innovationsökosystem verbunden. In Göteborg ist Polestar Partner von MobilityXlab, einem Innovationshub am Lindholmen Science Park, der Tech-Startups mit Unternehmen wie Ericsson, Volvo Group und Zenseact zusammenbringt. Ursprünglich auf Mobilität und Konnektivität fokussiert, öffnet sich die Plattform seit September 2026 auch für weitere Industrien. Ausgewählte Startups arbeiten eng mit Polestar an Proofs of Concept, etwa für digitale Customer Journeys und das Erlebnis im Fahrzeug.
Quiet Luxury statt noch mehr Touchscreens
Auf die Frage nach dem Design antwortete Schabetsberger mit einem Begriff aus der Mode: Quiet Luxury. Für Polestar heiße das: “wir brauchen aus unserer Sicht nicht mehr, sondern besser”. Während viele Premiumhersteller im Innenraum mit Holz, Alu, Leder, vielen Lichtvarianten und immer mehr Bildschirmen arbeiten, gehe Polestar einen anderen Weg: klare Linien, reduziertes, funktionales Design. “Wir finden immer mehr Kunden, die in einer aufgeregten Welt mit ständig neuen Produkten und ständiger Veränderung genau dieses reduzierte Design, diesen Quiet Luxury schätzen.” Das Prinzip gelte auch für den Auftritt der Marke: “Man muss jetzt nicht unbedingt immer laut schreien, um gehört zu werden.”
Weniger Bildschirme heißt dabei nicht weniger Technologie. Beim neuen Polestar 4 SUV zieht mit Google built-in der KI-Assistent Google Gemini ins Auto ein. Dank der engen Partnerschaft mit Google ist dieser sukzessive auch in weiteren Modellen verfügbar. Funktionen wie Vehicle-to-Load und ein Camping Mode kommen per Software-Update. Die Transparenz, die Schabetsberger betont, hat eine Zahl: Für den Polestar 4 SUV weist Polestar den CO2-Fußabdruck bis zum Werkstor aus, 20,2 Tonnen CO2-Äquivalent bei der Rear-Motor-Variante. Bis 2030 will Polestar die Treibhausgasemissionen pro verkauftem Fahrzeug halbieren, bis 2040 in der gesamten Wertschöpfungskette klimaneutral sein. Und Polestar Charge bündelt mehr als 1,25 Millionen Ladepunkte in Europa über ein Konto, inklusive Tesla Supercharger.
Von drei auf 13 Standorte
Gestartet ist Polestar in Österreich mit einem Direct-to-Consumer-Modell und einem Polestar Space in der Wiener Herrengasse, später kamen Graz und Linz dazu. Im Vorjahr wurde das Modell erweitert: Online bestellen geht weiterhin, zusätzlich können Kunden bei regionalen Partnern in einem Agentursystem Probe fahren, kaufen und das Fahrzeug ausgeliefert bekommen. Die Zahl der Standorte wuchs von drei auf 13, von Dornbirn bis Wien.
Dahinter steht eine Marktbeobachtung: Traditionell seien Flottenkunden die Early Adopter gewesen, in den vergangenen zwölf bis 24 Monaten komme das Wachstum aber vor allem von Privatkunden und Kleinunternehmen. Um sie in Vorarlberg, Tirol oder Salzburg zu erreichen, brauche es regionale Partner. Fünf Jahre nach dem ersten Polestar Space blickt Schabetsberger nach vorne, auf “weitere Jahrzehnte in enger Kooperation”.
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Welche gesellschaftspolitischen Auswirkungen hat der Inhalt dieses Artikels?
Der Inhalt des Artikels zeigt, dass sich ein Kärntner Startup dafür einsetzt, umweltfreundliches Stand-up-Paddeln und Kajakfahren zu ermöglichen. Dadurch wird ein positiver Beitrag zur Schonung der Ressourcen und zur Umweltverträglichkeit dieser Wassersportarten geleistet. Dies kann den Fokus auf Nachhaltigkeit und Umweltschutz im Bereich des Wassersports erhöhen und möglicherweise andere Unternehmen und Organisationen dazu inspirieren, ähnliche Ansätze zu verfolgen.
Welche wirtschaftlichen Auswirkungen hat der Inhalt dieses Artikels?
Das Kärntner Startup Click&Paddle möchte mit seinem „nachhaltigen SUP- und Kajaksharing“ für eine umweltfreundlichere Ausrüstung und Nutzung von Wassersportgeräten sorgen. Dabei setzt das Unternehmen auf umweltschonendes HDPE anstelle von PVC und ermöglicht die Buchung und Abholung der Geräte über eine Online-Plattform und Selbstbedienungs-Automaten am Seeufer. Dieses Konzept könnte dazu beitragen, den Wassersport nachhaltiger zu gestalten und somit positive wirtschaftliche Effekte in Bezug auf Umweltschutz und Ressourcenschonung haben.
Welche Relevanz hat der Inhalt dieses Artikels für mich als Innovationsmanager:in?
Als Innovationsmanager:in kann dieser Artikel für dich von Interesse sein, da er ein Beispiel für ein Kärntener Startup zeigt, das auf innovative Weise eine Nachhaltigkeitslücke im Wassersportsektor schließt. Click&Paddle bietet umweltfreundliche Ausrüstung durch den Einsatz von HDPE und bietet zudem das Konzept des Sharing an, was Ressourcenschonung und Flexibilität ermöglicht. Diese Art von lösungsorientiertem Denken kann als Inspiration für die Schaffung nachhaltiger Geschäftsmodelle dienen.
Welche Relevanz hat der Inhalt dieses Artikels für mich als Investor:in?
Als Investor:in kann dieser Artikel für Sie relevant sein, da er ein Beispiel für ein innovatives Startup aufzeigt, das an einem wachsenden Markt partizipiert und dabei einen umweltfreundlicheren Ansatz verfolgt. Click&Paddle verwendet HDPE anstelle von PVC für ihre Kajaks und SUPs und bietet ein Sharing-Modell an, das Ressourcen einspart und für Kunden flexibel und bequem ist. Als Investor:in können Sie solche Nachhaltigkeits-Startups unterstützen und damit nicht nur zur Umweltentlastung beitragen, sondern auch ein vielversprechendes Geschäftspotential nutzen.
Welche Relevanz hat der Inhalt dieses Artikels für mich als Politiker:in?
Als Politiker:in sollten Sie sich für die Förderung von umweltfreundlichen Technologien und nachhaltigen Geschäftsmodellen einsetzen. Das Kärntner Startup Click&Paddle bietet eine umweltfreundliche Alternative zum herkömmlichen Wassersport an und leistet somit einen wichtigen Beitrag zum Umweltschutz. Die Förderung solcher innovativer und nachhaltiger Unternehmen kann dazu beitragen, die Klimaziele zu erreichen und unseren Planeten langfristig zu schützen.
Was könnte das Bigger Picture von den Inhalten dieses Artikels sein?
Das Kärntner Startup Click&Paddle bietet nachhaltiges SUP- und Kajaksharing an, um die Umweltbelastung durch Wassersportgeräte zu reduzieren. Sie verwenden umweltschonendes HDPE, das im Gegensatz zu PVC keine Schadstoffe abgibt und komplett recycelbar ist. Die Buchung erfolgt über eine Online-Plattform und die Wassersportgeräte sind in Selbstbedienungs-Automaten am Seeufer abholbereit. Eine flexible und bequeme Möglichkeit, Wassersport zu betreiben, ohne größere finanzielle oder umweltbelastende Investitionen zu tätigen. Die Initiative kann als Teil eines größeren Bewusstseins für nachhaltigen und umweltfreundlichen Tourismus und Konsum in der Wirtschaft betrachtet werden.