18.05.2022

Timberhub: Speedinvest investiert in digitalen Holzmarktplatz

Der niederländische Marktplatz Timberhub erhält insgesamt 1,5 Mio. Euro für die Digitalisierung des Holzhandels.
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Timberhub
(c) Timberhub - Das Timberhub-Team erhält Pre-Seed-Finanzierung.

Timberhub, ein 2022 gegründeter digitaler Holzmarktplatz, gab den Abschluss einer Pre-Seed-Finanzierungsrunde in Höhe von 1.5 Millionen Euro bekannt, die bereits im März abgeschlossen wurde. Angeführt wird die Runde vom Frühphaseninvestor Speedinvest. Außerdem beteiligen sich verschiedene Business Angels und Gründer, darunter unter anderem Alexander Argyros und Manolis Manassakis.

Timberhub als Beschaffungsprozesshelfer

Timberhub wurde 2022 in Amsterdam gegründet und hat sich selbst die Mission gegeben, den Beschaffungsprozess für den Rohstoff Holz umfassend zu digitalisieren. Das Unternehmen möchte mit seinem digitalen Marktplatz Holzkäufer beim Einkauf und Transport sowie bei der Finanzierung ihrer Rohstoffe unterstützen.

Gleichzeitig hilft Timberhub Sägewerken dabei, ihr Netzwerk über den traditionellen Kundenstamm hinaus zu erweitern und Zugang zu sofortigem Cashflow zu erhalten. Auf diese Weise sollen Produzenten ihre Vertriebsprozesse deutlich effizienter gestalten und sich vollständig auf die Produktion konzentrieren können. Bisher hat Timberhub Kunden aus Deutschland, Österreich, Rumänien, Polen und der Ukraine überzeugen können.

Globale Holzbranche vor enormen Herausforderungen

Der globale Markt für Holzprodukte ist mehr als 600 Milliarden US-Dollar groß. Und auch in heutigen Zeiten auf analoge und manuelle Prozesse angewiesen. Insbesondere vor dem Hintergrund jüngster Krisen wie dem Ukraine-Krieg und der Corona-Pandemie sieht sie sich mit Herausforderungen konfrontiert.

So sei es für Sägewerke und Holzhändler, Großhändler und Bauunternehmen zunehmend schwieriger geworden, Holzmaterialien in der richtigen Qualität, in ausreichender Menge und zu angemessenen Preisen zu beschaffen und zur Verfügung zu stellen.

Timberhub möchte hier einschreiten und zusätzlich auch einen Beitrag zu einer nachhaltigen Zukunft der Holzproduktion und des Bauwesens leisten. Dies geschehe durch die Überprüfung der Herkunft des auf der Plattform gehandelten Holzes und durch die Förderung einer verantwortungsvollen Bewirtschaftung der Wälder der Welt.

Speedinvest und Angels wollen KMUs helfen

„Wir freuen uns sehr, Speedinvest und eine beeindruckende Gruppe von Angel-Investoren an unserer Seite zu haben. Gemeinsam werden wir Tausenden von KMU helfen, nachhaltig zu wachsen, ihre Schwierigkeiten zu überwinden und zu einer grüneren Zukunft in der globalen Fertigung und im Bauwesen beizutragen“, sagt der CEO und Mitgründer von Timberhub, Ion Sergis.

Heinrich Gröller, als Partner bei Speedinvest für das Investment in Timberhub verantwortlich, stimmt in den optimistischen Tenor mit ein, wenn er sagt: „Ion und seine Mitgründer sind genau das richtige Team, um diese sehr altmodische Branche aufzubrechen. Sie führen die richtigen technologischen Werkzeuge ein, um die Leistung der Lieferanten und die Kundenerfahrung zu verbessern. Dieser Marktplatz kann für alle Beteiligten einen Mehrwert schaffen.“

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Das sonnnig-Gründerteam: Roman Öfferlbauer, Jonathan Buchinger und Lukas Hückel © sonnnig

Dort, wo Technik und Unternehmertum zusammenkommen, kann Großes entstehen. So auch an der TU Wien im „Extended Study on Innovation“-Programm, wo sich das Gründer-Trio, bestehend aus Roman Öfferlbauer, Lukas Hückel und Jonathan Buchinger, zum ersten Mal begegnete. Parallel dazu gründete Öfferlbauer 2023 in seinem Heimatort in Niederösterreich eine Energiegemeinschaft, zu einem Zeitpunkt, an dem das Thema noch jung und „technisch schwierig abzuwickeln“ war, so Öfferlbauer.

Aus improvisierten Tools und selbst geschriebenen Mini-Scripts für den Eigenbedarf wurde ein Jahr später sonnnig. Eine White-Label-Lösung für Abrechnung, Mitgliedermanagement und Datenanalyse von mittlerweile 30 Energiegemeinschaften in ganz Österreich.

Wenn Strom aus der Nachbarschaft kommt

„Unser Blick war eigentlich immer auf Endverbraucher und Verbraucherinnen fokussiert. Also Privatpersonen, Unternehmen, Gemeinden“, erklärt Öfferlbauer im Interview. Eine Mission, die über die letzten zwei Jahre tausende Haushalte in ganz Österreich erreicht hat. Mittlerweile kann man über sonnnig den generierten Strom auch als Mitarbeiter:innen-Benefit oder Spende abgeben. „Im letzten halben Jahr hat sich da aber auch ziemlich viel auf der anderen Seite, also bei den Energieversorgungsunternehmen, getan“, verrät der Co-Founder.

Energieversorgungsunternehmen stünden zunehmend vor einem Einkaufs- und Prognoseproblem. In der Regel verbraucht die Kundschaft ihren Strom nach einem Standardprofil, mit dem der jeweilige Versorger seine Stromeinkäufe prognostiziert. Sind die Abnehmer:innen aber Teil einer Energiegemeinschaft, verschiebt sich dieses Profil radikal: Ein großer Teil des Energiebedarfs wird jetzt von der Energiegemeinschaft gedeckt und nur noch die Restmengen werden durch den Energieversorger geliefert. „Der Energieversorger hat die Energiemenge aber schon im Vorhinein eingekauft“ – und müsse sie kurzfristig wieder verkaufen, erklärt Öfferlbauer. Ein teures Ausgleichsenergie-Problem, das mit wachsendem Energy-Sharing-Anteil immer größer wird.

Sonnnig als potenzieller Partner für Energieversorger

Genau hier setzt das neue Produkt an, für das sonnnig gerade die dritte Förderung der Austria Wirtschaftsservice (aws) erhalten hat: eine White-Label-Lösung zum Energy Sharing, die Energieversorger direkt in ihr eigenes Kund:innenportal einbinden können. Im Hintergrund liefert sonnnig die Restlastprognose auf 15-Minuten-Basis, damit Versorger gezielter am Großhandel einkaufen können.

Möglich macht das die Prognosefähigkeit, die sonnnig über Jahre mit echten Energiegemeinschaften aufgebaut hat. Ziel ist es, Versorgern einen besseren Einblick in ihre Stromverläufe zu geben und ihnen zu helfen, selbst ein Geschäftsmodell rund um Energy Sharing aufzubauen, auch als Beitrag zur Kund:innenbindung, erklärt Öfferlbauer. Am Markt kommt das gut an: „Energieversorgungsunternehmen spüren das Problem und sind zunehmend auf der Suche nach Lösungen und neuen Geschäftsmodellen im Energy-Sharing-Bereich, deshalb reden sie auf einmal mit uns“, sagt der Co-Founder. Davor sei die Beziehung eher einseitig gewesen. Zwei Pilotbetriebe hat sonnnig für das geförderte Projekt bereits akquiriert und zeigt sich offen für weitere Kooperationen.

Von First bis Seed: Der aws-Weg

Möglich wurde diese Entwicklung durch drei aufeinanderfolgende aws-Förderungen. Mit aws First Incubator, einem Programm für sehr junge Teams, teils noch vor der Firmengründung, kam das Startup zu ersten Beratungsleistungen und Mentoring. Mit aws Preseed – Innovative Solutions wurde zunächst die inhaltliche und wirtschaftliche Machbarkeit des Vorhabens überprüft und der Proof of Concept entwickelt. Darauf aufbauend unterstützt aws Seedfinancing – Innovative Solutions die Weiterentwicklung bis zum Markteintritt sowie die ersten Skalierungsschritte. In diesem Rahmen werden nun der Aufbau und der Launch des neuen B2B-Produkts finanziert.

Erwarteter Boom durch neues Elektrizitätswirtschaftsgesetz

Als besondere Meilensteine nennt Öfferlbauer Referenzprojekte mit bekannten Unternehmen wie Hartl Haus, der Nationalbank-Tochter IG Immobilien oder der Volkshilfe Wien sowie die wiederholte Verdopplung des Jahresumsatzes. Im ersten Halbjahr 2026 hat sich die geteilte Energiemenge, die über sonnnig abgewickelt wurde, laut eigenen Angaben gegenüber dem Vorjahr mehr als verdoppelt. Investor:innen hat das fünfköpfige Team bislang bewusst keine an Bord geholt, da laufende Umsätze und eine halbe Million Euro an lukrierten Entwicklungsförderungen das Team organisch tragen.

Rückenwind kommt bald auch auf politischer Ebene: Im Oktober tritt das neue Elektrizitätswirtschaftsgesetz (ElWG) in Kraft, das Energy Sharing über bilaterale Peer-to-Peer-Verträge statt über eine juristische dritte Instanz wie einen Verein oder eine GmbH erlaubt. Für sonnnig eine freudige Entwicklung: „Das baut natürlich extrem viele Hürden ab. Und deswegen erwarten wir auch einen ziemlichen Boom an neuen Mitgliedern und das nehmen auch Energieversorgungsunternehmen wahr.“


Disclaimer: Der Artikel entstand in Kooperation mit der Austria Wirtschaftsservice (aws).

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