04.02.2022

Wie die Pflanzerei eine „kleine Revolution“ in der Feinkosttheke startet

Für die aktuelle Folge von Editors' Choice haben wir uns mit Nadina Ruedl getroffen, um mit ihr über die jüngste Listung von "Die Pflanzerei" in der Billa-Feinkost zu sprechen. Ruedl thematisiert dabei Herausforderungen, die pflanzliche Food-Startups in Österreich aktuell bewältigen müssen.
/artikel/pflanzerei-podcast

Das Wiener Startup „Die Pflanzerei“ rund um Nadina Ruedl hat 2021 einen rein pflanzlichen Leberkäse auf den Markt gebracht. Seit dieser Woche ist der sogenannte „Gustl“ in einer Pilotphase bei insgesamt fünf Billa und Billa Plus Filialen in Wien in der Feinkosttheke erhältlich. Im Podcast gibt Ruedl einen authentischen Einblick, wie viel Arbeit hinter einer Listung im Einzelhandel steckt und welche Herausforderungen pflanzliche Food-Startups bewältigen müssen – angefangen von alten Strukturen in der Landwirtschaftsförderung bis hin zu rechtlichen Fragen rund um die Bezeichnung von veganen Produkten.

Im Anschluss an den Podcastcast wurde der Gustl verkostet | (c) Martin Pacher / der brutkasten

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Reploid will bis Jahresende bis zu 30 Mio. Euro über Wandelschuldverschreibung aufnehmen

Das Welser Insektenzucht-Scaleup Reploid will Kapital aufnehmen, das kommendes Jahr mit Discount in Aktien umgewandelt werden soll. Das Angebot richtet sich an einen geschlossenen Kreis, die Zeichnung ist ab einem Betrag von 100.000 Euro möglich.
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Jonas Finck und Philip Pauer, Vorstände der Reploid Group AG | (c) Reploid / Stefan Beiganz
Jonas Finck und Philip Pauer, Vorstände der Reploid Group AG | (c) Reploid / Stefan Beiganz

Schon seit mehr als einem Jahr ist Reploid nun an der Wiener Börse (und plant bereits den Wechsel in den prime market, wie brutkasten berichtete). Eine große Aktienemission gab es bislang aber nicht. Stattdessen nutzte das Welser Insektenzucht-Scaleup auch nach dem Listing andere Finanzierungsformen, wie eine umsatzbasierte Finanzierung, Crowdinvesting und einen großen Wachstumskredit.

Darlehen werden 2027 verpflichtend in Aktien umgewandelt

Nun kündigte Reploid in einer verpflichtenden Meldung an, bis 31. 12. bis zu 30 Millionen Euro aufnehmen zu wollen und macht dies abermals nicht via Aktienemission, aber mit einem Instrument, das dieser schon recht nahe kommt: Das Scaleup emittiert eine Wandelschuldverschreibung. Dabei wird das nun aufgenommene Kapital verpflichtend zwischen 15. August und 9. September 2027 in Aktien umgewandelt.

Das passiert zum dann aktuellen Aktienkurs bzw. zu einem Durchschnittskurs, allerdings mit einem Discount von 20 Prozent. Bis dahin bekommen die Zeichner:innen auf das formell unbesicherte und nachrangige Darlehen zudem einen Zinssatz von 2,5 Prozent p.a.. Das Angebot richtet sich allerdings nur an einen geschlossenen Kreis. Die Mindestzeichnungssumme beträgt 100.000 Euro.

Vorteile im Vergleich zu Aktienemission

Die Vorteile für Reploid bei dieser Vorgehensweise liegen indessen auf der Hand. Erstens ist die Wandelschuldverschreibung, im geschlossenen Kreis platziert, regulatorisch deutlich einfacher handzuhaben als eine Aktienemission. So muss etwa kein öffentlicher Prospekt erstellt werden und es gibt keinen aufwändigen Zulassungsprozess. Zweitens hat das Scaleup die Chance, die Unternehmensbewertung bis zur Wandlung so weit zu steigern, dass das aufgenommene Kapital vergleichsweise günstiger wird.

Zweiteres könnte wiederum durch die erfolgreiche Aufnahme des Kapitals als Erfolgsmeldung begünstigt werden. Generell muss sich Reploid nach wie vor beweisen: Der zuletzt veröffentlichte Jahresabschluss 2025 weist zwar an der Oberfläche beachtliche Gewinne aus, bei genauerer Betrachtung zeigt sich aber eine durchaus komplexe Situation, wie brutkasten analysierte.

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