Neue ClimateTech-Landscape listet 126 „grüne Tech-Startups“ aus Österreich
Die gemeinsame Initiative des Green Tech Cluster und des Wiener Klimaschutz-Startups Glacier "Climate Tech Startups Austria" stellt die österreichische Startup-Szene im GreenTech-Bereich vor. Die mittlerweile zweite Version der Landscape hat die Kriterien nachgeschärft und listet nun 126 Startups.
Weltweit werden Lösungen von ClimateTech-Startpus immer gefragter, um die negativen Folgen der Klima- und Biodiversitätkrise abzuschwächen. So haben sich beispielsweise die weltweiten Investitionen in Klimatechnologien im Vorjahresvergleich laut PwC verdreifacht. Doch wie ist Österreich im Bereich ClimateTech aufgestellt und welche heimischen Startups bringen aktuell Lösungen hervor?
Eine Antwort darauf liefert die gemeinsame Initiative „Climate Tech Startups Austria“ des Green Tech Cluster und des Wiener Klimaschutz-Startups Glacier. Breits zum zweiten Mal veröffentlichten die beiden Akteure nun eine ClimateTech-Landscape für Österreich.
ClimateTech-Landscape: Kriterien nachgeschärft
Im Vergleich zum Vorjahr wurden laut den Initiatoren die Kriterien leicht nachgeschärft. Im Fokus stehen nun verstärkt Technologie-basierte Startups. Dies hat auch einen Effekt auf die Anzahl der gelisteten Startups. In der ersten Version der ClimateTech-Landscape waren noch 150 Startups gelistet, jetzt sind es hingegen „nur mehr“ 126 Startups. Auch die Kriterien wurden strenger: Zudem müssen die Startups jünger als zehn Jahre alt sein und ein signifikantes Mitarbeiter:innen oder Umsatzwachstum aufweisen oder es anstreben. Wichtigster Punkt ist aber: ClimateTech ist Hauptbestandteil des Geschäftsmodells und die Produkte, Dienstleistungen oder Technologien der Startups leisten einen Beitrag in der Bewältigung der Klimakrise.
(c) ClimateTech Startups Austria
Die Branchen und Bundesländer
Insgesamt gibt es wieder sechs Kategorien, wobei die Kategorie „Digital“ neu hinzugekommen ist und „Production“ nicht mehr angeführt wird. Die meisten Startups finden sich in den Bereichen Energy (23 Prozent), Food & Agriculture (22 Prozent) und Circular (19 Prozent). Rund 29 Prozent wurden innerhalb der letzten 24 Monate gegründet, wobei bei diesen der Schwerpunkt mit 31 Prozent bei zirkulären Lösungen liegt.
Die Unternehmen arbeiten zu 40 Prozent in Wien, 24 Prozent in der Steiermark und 15 Prozent in Niederösterreich. Gemessen an der Gesamtzahl der Startups (vgl. Austrian Startup Monitor) machen diese 126 Unternehmen rund fünf Prozent aus. Der Hotspot für Green Tech Startups mit nahezu doppelter Dichte ist die Steiermark, gefolgt von Niederösterreich und Kärnten.
Am 02. März 2022 lädt der Green Tech Cluster zuTop of Green Tech, dem Networking-Event für innovative grüne Startups, Investor:innen und Corporates aus dem DACH-Raum. Jetzt kostenlos anmelden.
Videoarchiv: Die Hintergründe zum Millionen-Investment für Glacier
VERBUND X Venture Day 2026: über die Grenzen hinaus
Der diesjährige VERBUND X Venture Day mit mehr als 200 Gästen aus 15 Ländern und über 130 verschiedenen Organisationen stand einmal mehr im Zeichen der Zusammenarbeit - und das (auch) beim großen Thema europäische Souveränität.
VERBUND X Venture Day 2026: über die Grenzen hinaus
Der diesjährige VERBUND X Venture Day mit mehr als 200 Gästen aus 15 Ländern und über 130 verschiedenen Organisationen stand einmal mehr im Zeichen der Zusammenarbeit - und das (auch) beim großen Thema europäische Souveränität.
Impression vom VERBUND Venture Day 2026 | (c) VERBUND / elephant and porcelaine
„Von der Innovation zur Skalierung und von der Skalierung zu einem stärkeren Europa“ mit diesem einen Satz könne man das große Ziel für den europäischen Energiesektor zusammenfassen, sagt VERBUND-X-Geschäftsführer Franz Zöchbauer in seinen einführenden Worten zum VERBUND Venture Day 2026, der erstmals beim neuen Energy-Launchpad-Partner WU Wien stattfand. „Wir haben die Lösungen, aber es dauert zu lange, bis sie am Markt sind. Wir müssen skalieren, aber kein Player kann das alleine. Es braucht ein Ökosystem und hier zählen die Menschen“, so Zöchbauer.
Franz Zöchbauer | (c) VERBUND / elephant and porcelaine
Die Zusammenarbeit im Ökosystem als Motto beim VERBUND Venture Day ist nicht neu, der Diskurs, in den das Motto dieses Jahr eingebettet ist, durchaus: Auch hier dominiert das große Thema europäische Souveränität. Der Titel des diesjährigen Events lautet „Scaling Beyond Borders“.
10,25 Billionen Euro für die Energiewende
Zöchbauer drückt die Ambition hinter der eingeforderten Skalierung in Zahlen aus: Es brauche Schätzungen zufolge 10,25 Billionen Euro, um das Energiesystem Europas bis 2040 zu transformieren. „Das ist 70 mal das Volumen des Marshallplans oder das Volumen von 25 Jahren globale VC-Investments“, so der VERBUND-X-Geschäftsführer. Es handle sich also um eine epochale Investment-Chance. Doch er erinnert: „Zahlen ändern die Welt nicht. Menschen tun es.“
Achim Kaspar | (c) VERBUND / elephant and porcelaine
Dabei sei die Energiewende keineswegs nur ein Wunsch, sondern eine Notwendigkeit, betont VERBUND-COO Achim Kaspar in einer Panel-Diskussion unter dem Titel „Owning the Future“: „Wir sind an einem Wendepunkt. Man liest jeden Tag von Problemen beim Transport fossiler Energieträger. Wir müssen auf erneuerbare umsteigen.“ Für VERBUND sei dabei schon lange klar: „Wir wollen nicht das nächste Kodak werden.“
„Es laufen mehrere Energiewenden parallel“
Diese europäische Sicht auf die Energiewende setzt Angela Wilkinson, CEO des World Energy Council, im Panel und bei ihrer Keynote in die globale Perspektive: „Es laufen mehrere Energiewenden parallel. In Europa geht es um den hundertprozentigen Umstieg auf erneuerbare Energieträger. Im nahen Osten etwa geht es um Technologien, um den CO2-Ausstoß auch mit fossilen Energieträgern auf Null zu bringen.“
Angela Wilkinson | (c) VERBUND / elephant and porcelaine
Bei der Souveränität gehe es letztlich um die Möglichkeit, sich seine Abhängigkeiten auszusuchen, „nicht um teuren Isolationismus“, meint Wilkinson. Was ihr insgesamt fehle, sei eine kollektive Vision für eine bessere Zukunft. „Wir haben klare Ziele bei der CO2-Reduktion, aber keine gemeinsame positive Perspektive. Wir haben die Energiewende zwar an die Wall Street gebracht, aber nicht auf die Hauptstraße, wo die Menschen sind.“
Konsequenter Fokus auf die Kund:innen
Darum, wie die Transformation direkt zu den Menschen gebracht werden kann, ging es in einem Talk von VERBUND-CEO Michael Strugl und Greg Jackson, Gründer von Octopus Energy. Strugl sieht das britischen Unternehmen dabei als Vorbild: „Octopus ist ein echter Champion, wenn es um Kundenservice geht.“ Als er Jackson zum ersten Mal nach dessen Geschäftsmodell gefragt habe, sei die Antwort denkbar simpel gewesen: „Ich will den Kunden weniger verrechnen.“ Dieser konsequente Fokus auf die Kund:innen sei der Schlüssel, sagt Strugl.
Michael Strugl | (c) VERBUND / elephant and porcelaine
Viele Energieunternehmen würden Kund:innen bisher nur als reine Abnehmer verstehen, meint Jackson. Octopus setze stattdessen auf radikale Vereinfachung und digitale Flexibilität: „Statt schwer lesbarer, regulierter PDFs nutzen wir einfache E-Mails, auf die man direkt antworten kann.“ Diese Kundennähe gepaart mit intelligenter Steuerung – etwa beim Laden von Elektrofahrzeugen – sei der Treiber für das rasante Wachstum des Unternehmens. Für Strugl ist das eine klare Orientierung für die gesamte Branche: „Innovatoren und Disruptoren helfen uns dabei, das gesamte System in ein erneuerbares, dezentrales und digitalisiertes Energiesystem zu verwandeln.“
Tragende Rolle für Gründer:innen – Unis entscheidend
Es sind also nicht nur Politiker:innen und Verantwortliche in Energiekonzernen, sondern auch Gründer:innen, die bei der Energiewende eine tragende Rollen spielen. Hier wiederum sind die Universitäten entscheidende Akteure, wie Franz Zöchbauer am Panel gemeinsam mit WU-Wien-Rektor Rupert Sausgruber und TU-Wien-Rektor Jens Schneider erläutert. „Es gibt im Energiesektor so viel Potenzial, aber man braucht nicht nur viel Geld sondern auch die Ideen“, bringt es Schneider auf den Punkt.
Jens Schneider (l.) und Rubert Sausgruber (r.) | (c) VERBUND / elephant and porcelaine
„Starke Gründer:innen, aber viele Hindernisse am Weg“
Dass natürlich auch die Politik ihren Beitrag leisten muss, um die Skalierung über die Grenzen hinaus zu ermöglichen, erörtert Startup-Staatssekretärin Elisabeth Zehetner in ihrer Keynote. Man müsse die Herausforderung angehen, Startups in Europa zu halten. „Wir haben starke Gründer:innen, aber viele Hindernisse am Weg“, sagt Zehetner und spricht nicht nur das bekannte Thema Wachstumskapital, sondern unter anderem auch die Ausgründungsbedingungen für universitäre Spinoffs an.
Elisabeth Zehetner | (c) VERBUND / elephant and porcelaine
Als konkrete Maßnahmen – teils auf europäischer, teils auf nationaler Ebene – nennt die Staatssekretärin etwa den European Scaleup Fund und den heimischen Dachfonds und die Notwendigkeiten, die europäische Kapitalmarktunion zu stärken und die Mitarbeiter:innenbeteiligung auch durch steuerliche Anreize weiter zu verbessern. Denn letztlich sei das Ziel – ganz getreu dem Motto des Venture Days – klar: „Erfinde dein Produkt hier, bau dein Unternehmen hier und skaliere hier, aber verkaufe dein Produkt in die ganze Welt.“
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