28.09.2021

Warum ein Job in der Finanzverwaltung spannender ist als du denkst

Die österreichische Finanzverwaltung hat eine ganze Reihe an Jobs ausgeschrieben, die auch für junge Menschen interessant sind. Doch wie ist es wirklich, etwa beim Finanzamt oder beim Zollamt Österreich zu arbeiten? Wir haben einen Einblick bekommen.
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In der Finanzverwaltung wird Personal gesucht.
In der Finanzverwaltung wird Personal gesucht. | Foto: Bundesministerium für Finanzen/Hofer
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Ein Job in der Finanzverwaltung ist vielleicht nicht der allererste Karriereweg, den junge Menschen in Betracht ziehen. Aber ein genauer Blick lohnt sich: Denn eine berufliche Laufbahn etwa beim Finanzamt Österreich, beim Zollamt Österreich, beim Amt für Betrugsbekämpfung oder auch beim Finanzamt für Großbetriebe ist spannend und abwechslungsreich, wie ein Blick hinter die Kulissen in den Arbeitsalltag zeigt.

Das Finanzamt Österreich beispielsweise hat 67 Standorte in Österreich, an denen rund 6.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter tätig sind. Eine davon ist Lena – die 24-Jährige arbeitet seit 2016 als Prüferin in der Finanzverwaltung und studiert daneben. Langweilig wird ihr dort nie: „Wir haben stets neue Fälle und Sachverhalte – es wird nicht eintönig“, erzählt sie. Mit den Unternehmern gebe es einen spannenden Austausch. Man könne sich ständig weiterbilden und selbstständiges Arbeiten unter eigener Verantwortung sei möglich.

Auf sich alleine gestellt ist sie dabei nicht: Kommt man mit einer Aufgabe einmal nicht weiter, helfen die Kolleginnen und Kollegen: „Man spricht gemeinsam über den Fall und findet eine Lösung. Viele Kollegen haben bereits langjährige Erfahrung. Ansonsten gibt es auch den Fachbereich, welcher gerne bei komplexen Sachverhalten weiterhilft“, erzählt Lena. In zwei Jahren will sie ihr Studium abgeschlossen haben. Dann könnte sie in anderen Bereichen arbeiten – etwa im Finanzamt für Großbetriebe oder im Fachbereich.

„Jeden Tag kommt Neues auf einen zu“

Neue Stellen sind auch beim Zollamt Österreich ausgeschrieben. Dieses stellt den Schutz der Wirtschaft und der Endverbraucher sicher. Zu den Aufgaben des Zollamts Österreich zählen beispielsweise die Kontrolle von Reisebussen und Reisenden, PKWs, LKWs oder auch von Brief- und Paketsendungen. Österreichweit sind dazu etwa 1.600 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Einsatz – so auch Mathias. Der 28-Jährige ist seit sechs Jahren beim Zoll.

„Es ist ein sehr abwechslungsreicher Beruf“, erzählt er. „Jeden Tag kommt Neues auf einen zu und man ist dabei nicht alleine, sondern in einem Team, mit dem man zusammenarbeitet und so etwaige Herausforderungen gemeinsam meistert“. Komplizierte Fälle löse man im Teamwork.

Aber was muss man mitbringen, um für eine Tätigkeit beim Zollamt geeignet zu sein? Weil der Zoll eine maßgebliche Rolle im internationalen Warenaustausch und in der internationalen Betrugsbekämpfung spielt, ist bei der Arbeit kreatives und analytisches Denken erforderlich, erklärt Mathias. Für den Job brauche man außerdem selbstsicheres Auftreten, Weltoffenheit und die Fähigkeit, selbstständig zu arbeiten.

„Abwechslungsreich, selbstbestimmt, flexibel und sicher“

Ein weiteres Betätigungsfeld innerhalb der Finanzverwaltung ist das Finanzamt für Großbetriebe. Dieses untersucht, ob größere Unternehmen und Konzerne die Steuergesetze einhalten. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter prüfen dabei überwiegend im Unternehmen vor Ort. Lisa-Maria, eine Mitarbeiterin des Finanzamts für Großbetriebe, beschreibt die Tätigkeit als „abwechslungsreich, selbstbestimmt, flexibel und sicher“. Die 31-Jährige ist bereits seit sechs Jahren in der Finanzverwaltung tätig.

Mitbringen müsse man für den Job Selbstständigkeit und Standhaftigkeit. „Es darf einen nicht stören, steuerliche Probleme beim Unternehmen anzusprechen und auf Gegenwind zu stoßen“, sagt Lisa-Maria. Ihre Kolleginnen und Kollegen beschreibt sie als hilfsbereit, lustig, kommunikativ und herzlich.

Dies bestätigt auch ihr Kollege Max. Der 26-Jährige ist seit 2016 in der Finanzverwaltung tätig. „Humor wird bei uns großgeschrieben und bleibt – auch wenn es um komplexe Fragestellungen geht – nicht auf der Strecke. Daneben zeichnen sich meine Kolleginnen und Kollegen natürlich auch durch fachliches Knowhow und Spezialwissen aus“, sagt er. Gegenseitige Unterstützung und Teamspirit stünden an der Tagesordnung.

Generell bietet die Tätigkeit beim Finanzamt für Großbetriebe die Möglichkeit „Zusammenhänge zu hinterfragen und vernetzt zu denken“. Wichtige Eigenschaften für den Job sind laut Max Neugier und Spaß am Dazulernen. „Gerade in so einem dynamischen Bereich wie dem Steuerrecht kann man nicht zu jeder Frage alles wissen und muss sich laufend weiterbilden“, erläutert er. Dabei hilft der ständige Austausch im Team und die zahlreichen Weiterbildungsmöglichkeiten.

Auf den Geschmack gekommen? Aktuell sind über 100 Stellen ausgeschrieben, die sich zum Großteil an junge Menschen richten. Die Ausschreibungen betreffen Maturantinnen und Maturanten, Absolventinnen und Absolventen von berufsbildenden mittleren Schulen (HAS) oder Pflichtschulen sowie Bewerberinnen und Bewerber mit abgeschlossener Lehre.

Zu den aktuellen Ausschreibungen des Bundesministeriums für Finanzen auf der Jobbörse der Republik Österreich geht’s hier.

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Impression von der Preisverleihung im Vorjahr | (c) BMWET/Noisternig
Impression von der Preisverleihung im Vorjahr | (c) BMWET/Noisternig

Auch dieses Jahr wird der Brigitte-Bierlein-Frauenpreis des Bundesministeriums für Wirtschaft, Energie und Tourismus (BMWET) vergeben. Erstmalig erfolgt die Ausschreibung in Kooperation mit der Oesterreichischen Nationalbank (OeNB). Mit dem Preis soll die Sichtbarkeit von Frauen erhöht werden, die in den Bereichen Innovation, Unternehmertum und gesellschaftliches Engagement in Österreich tätig sind. Die Auszeichnung erinnert an die Namensgeberin Brigitte Bierlein, die erste Bundeskanzlerin in der Geschichte Österreichs, und würdigt zugleich das Lebenswerk der Schirmherrin des Preises, der ehemaligen Bundesministerin Maria Rauch-Kallat.

Ziel der Initiative ist es, Frauen im unternehmerischen und wirtschaftlichen Umfeld sichtbar zu machen und deren Leistungen durch öffentliche Aufmerksamkeit sowie politische Anerkennung zu unterstützen. Die Veranstalter:innen wollen damit erfolgreiche Frauen als Vorbilder für nachfolgende Generationen positionieren, um junge Talente zur Verfolgung von Laufbahnen in Wirtschaft, Forschung und Innovation zu motivieren. Das soll auch langfristig zum Abbau von Geschlechterungleichheiten in Führungspositionen beitragen.

Die Voraussetzungen für den Brigitte-Bierlein-Frauenpreis 2026

Konkret richtet sich die Ausschreibung an Frauen unter 35 Jahren, die in Führungspositionen oder mit Verantwortung in Unternehmen, Forschungseinrichtungen oder Organisationen tätig sind. Schwerpunkte liegen dabei auf den Bereichen Entrepreneurship, Innovation und Technologie, angewandte wirtschaftlich-technische Forschung und Wissenschaft, Familienunternehmen sowie Startups.

Für eine Nominierung müssen die Leistungen der Bewerberinnen einen Bezug zu Österreich aufweisen. Das kann durch eine Wirkung auf den Wirtschafts- oder Innovationsstandort, eine entsprechende Tätigkeit im Land oder relevante Projekte mit Österreich-Fokus passieren. Die Staatsbürgerschaft und der aktuelle Wohnsitz der Kandidatinnen sind für die Vergabe hingegen kein Kriterium.

Die Vorjahres-Preisträgerinnen: v.l. Marlene Rezk-Füreder (3. Platz), Anja Moser-Tscharf (2. Platz), Katharina Baumgartner (1. Platz), Lara Vadlau (Ehrenpreis); Foto: BMWET/Veronika Noisternig

Die drei Preiskategorien

Die Vergabe des Preises erfolgt dieses Jahr in drei Kategorien, die mit jeweils 5.000 Euro dotiert sind:

  • Entrepreneurship, Führungskräfte & Nachfolge: Diese vom BMWET vergebene Kategorie richtet sich an Frauen, die als Gründerinnen, Unternehmensübernehmerinnen oder Managerinnen mit Ergebnisverantwortung zur Entwicklung eines Unternehmens beitragen. Berücksichtigt werden laut Ausschreibung Leistungen in Bereichen wie Betriebsübernahmen, Generationenwechseln, Internationalisierung, Wachstum aus bestehenden Strukturen, Social Entrepreneurship sowie bei der Entwicklung nachhaltiger Geschäftsmodelle.
  • Forschung, Innovation & Transfer: In dieser von der Oesterreichischen Nationalbank (OeNB) gestifteten Kategorie werden Frauen ausgezeichnet, die wissenschaftliche Arbeit mit wirtschaftlicher oder gesellschaftlicher Wirkung verbinden. Der Fokus liegt auf der Überführung von Forschungsergebnissen in marktfähige Anwendungen – wie etwa Spinoffs, technologiegetriebene Startups oder Kooperationsprojekte zwischen Wissenschaft und Wirtschaft – sowie auf Lösungen mit wirtschaftlicher Relevanz oder Skalierbarkeit.
  • Ehrenpreis Maria Rauch-Kallat: Gesellschaftlicher Impact & Role Model: Diese vom BMWET vergebene Auszeichnung würdigt Frauen, die durch eine Vorbildfunktion und einen gesellschaftlichen Beitrag über Branchengrenzen hinweg wirken. Preisträgerinnen sollen beispielhaft für gesellschaftlichen Wandel und Empowerment stehen. Die Ausgezeichnete erhält neben dem Preisgeld einen Platz im WoMentoring-Programm des club alpha.


Zeitplan und Nominierungsverfahren

Die Einreichfrist für Nominierungen hat bereits begonnen und läuft bis zum 17. August 2026. Für Mitte September ist die Veröffentlichung der Liste „35 under 35“ mit den nominierten Frauen vorgesehen. Anfang November tritt eine achtköpfige Fachjury aus den Bereichen Unternehmertum, Wissenschaft und Startups zusammen, um die Preisträgerinnen auszuwählen. Die feierliche Preisverleihung findet am 7. Dezember 2026 statt.

Nominierungen können sowohl als Selbstnominierung der Bewerberinnen als auch als Fremdnominierung durch Dritte eingereicht werden.


Jetzt Nominieren oder Bewerben!

Die Einreichung von Nominierungen und Bewerbungen ist über die Online-Formulare des Bundesministeriums möglich.

Weitere Details und die vollständigen Vergaberichtlinien stehen auf der offiziellen Website zum Preis zur Verfügung.

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