09.09.2021

tech2b: Wie der oö. Inkubator Industriebetriebe mit Gründer:innen vernetzt

Startup meets Industry – unter diesem Motto vernetzt der oberösterreichische Startup-Inkubator tech2b globale Gründer:innen mit den heimischen Industrie-Leitbetrieben. Das Ziel dabei: Innovationen vorantreiben und den Wirtschaftsstandort Oberösterreich stärken.
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Raphael Friedl, Geschäftsführer tech2b Inkubator GmbH
Raphael Friedl, Geschäftsführer tech2b Inkubator GmbH
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Der Inkubator tech2b aus Oberösterreich bietet Gründern und Gründerinnen Unterstützung in der Entwicklung ihres Vorhabens bis zur eigenen Firma. In der Startup-Szene ist tech2b neben seiner umfassenden Beratung aber auch für sein top Netzwerk bekannt, das nationale sowie internationale Jungunternehmer:innen mit führenden oberösterreichischen Industriebetrieben aus verschiedenen Branchen zusammenbringt.

Dabei präsentiert sich das tech2b-Universum vielfältig – namhafte Industriepartner sind etwa Energie AG, , Primetals Technologies, KTM Innovation GmbH, PÖTTINGER Landtechnik GmbH, ENGEL AUSTRIA GmbH, Schmachtl GmbH, FACC AG, LINZ AG, LIWEST, Rosenbauer International AG, hali GmbH, voestalpine Stahl GmbH, ÖAMTC Oberösterreich und KEBA AG Gebündelt sind diese im Multi Corporate Venturing PIER 4, das tech2b im September 2017 gestartet hat.

Raiffeisen Innovation Invest und 7lytix setzen auf Expertise von tech2b

Als Finanzpartner mit an Bord ist die Raiffeisen Landesbank Oberösterreich, die rund 350 Beteiligungen angefangen vom kleinen IT Startup bis zum börsennotierten Industriekonzern managt. „Seit ungefähr vier Jahren beschäftigen wir uns auch intensiver mit Startups und haben im Zuge dessen 2017 die Raiffeisen Innovation Invest als Corporate Venturing-Arm der Raiffeisen Landesbank gegründet“, schildert Raiffeisen Innovation Invest-Geschäftsführer Daniel Haider. „Die Partnerschaft mit tech2b hat sich bei der Auswahl entsprechender Startups für eine Zusammenarbeit als äußert hilfreich erwiesen und reicht mittlerweile bereits über zehn Jahre zurück“, so Haider weiter.

Eines dieser Startups, das tech2b schon früh mit der Raiffeisen Innovation Invest vernetzt hat, ist die 7lytix GmbH mit Sitz in Linz. 7lytix bietet als Experte für angewandte KI & Data Science KI Software für die Branchen Handel, Logistik, Industrie sowie FinTech und entwickelt darüber hinaus auch maßgeschneiderte Lösungen für andere Branchen. „Wir wollen Unternehmen dabei helfen, besser zu werden. Sei es in der Absatzprognose, in der Kundenbindung oder auch in der predictive maintenence, sprich dafür sorgen, dass deren Maschinen gut funktionieren“, so CEO Franziskos Kyriakopoulos.

tech2b-Startup 7lytix erhält Finanzierung von Raiffeisen Innovation Invest

Um sich auf diesem Gebiet weiterzuentwickeln, sammelte das Unternehmen bereits mehrere Investments ein. Eines davon gab es 2019 von der Raiffeisen Innovation Invest, die nunmehr gemeinsam mit drei weiteren Fonds der Raiffeisenbankengruppe OÖ unter der Marke Raiffeisen Invest Private Equity auftritt.

Der Betrag belief sich auf eine Million Euro. Wie es dazu kam, erklärt Kyriakopoulos wie folgt: „Die Raiffeisen Software war einer unserer ersten Kunden und so hat sich die Beziehung von Jahr zu Jahr intensiviert. Im Tech2b PIER4-Programm haben wir dann unser Konzept und unsere Zukunftspläne gepitcht und so die Grundlage für das dann folgende Investment gelegt.“ Für Haider lag das Investment zum damaligen Zeitpunkt auf der Hand, da damit ein vielfältiges, strategisches Potenzial für die RLB OÖ einherging.

Raiffeisen Innovation Invest will weiter in Startups finanzieren und bestehende Projekte vorantreiben

Eine Win-win-Situation, die für die Raiffeisen Innovation Invest auch bei zukünftigen Investments in andere Startups angestrebt wird. Haider: „Unser Ziel ist es, Startups zu finden, wo es einen entsprechenden strategischen Bezug zur Raiffeisen Banken Gruppe gibt. Wichtig ist außerdem, dass bereits ein marktreifes Produkt bzw. eine marktreife Dienstleistung vorhanden ist und es einen gewissen proof of market gibt. Ein fix und fertiges Geschäftsmodell muss es in dieser Phase noch nicht geben, aber das entwickeln wir auch gerne gemeinsam mit den Startups.“ Ein konkretes Projekt steht derzeit nicht unmittelbar vor Abschluss, es werden aber laufend potenzielle Startups geprüft und die bestehenden Projekte intensiv weiter vorangetrieben.

7lytix forciert dynamisches Wachstum und arbeitet an maßgeschneiderten KI-Lösungen

Dynamisches Wachstum steht auch für 7lytix auf der Agenda. Man habe sich vorgenommen, mit bestehenden und auch neuen Investoren weitere Projekte mit nationalen und internationalen Kunden zu entwickeln, so Kyriakopoulos. Was genau noch alles möglich ist beantwortet der Startup-Gründer wie folgt: „Grundsätzlich ist vieles möglich, aber wir wollen uns schon auf jene Use Cases konzentrieren, die unseren Kunden auch etwas bringen. Deswegen hören wir sehr genau hin, was die Unternehmen wirklich brauchen, um ihnen maßgeschneiderte Lösungen zur Verfügung zu stellen.“

Das Video zum kompletten Talk mit Daniel Haider und Franziskos Kyriakopoulos

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Vl. A1-CCO Martin Resel und IBM-Österreich-Chef Marco Porak | © A1/APA/Hörmandinger
Vl. A1-CCO Martin Resel und IBM-Österreich-Chef Marco Porak | © A1/APA/Hörmandinger

Dass für Unternehmen kein Weg mehr an Agentic AI vorbeiführt, ist mittlerweile ein Gemeinplatz. Dass eine sichere und konforme Umsetzung davon nicht so einfach ist, ebenfalls. „Für KI im Unternehmenskontext gelten andere Spielregeln als im privaten Bereich. Ich spreche hier besonders von souveräner KI“, sagt Marco Porak, Generaldirektor von IBM Österreich, bei einem gemeinsamen Pressetermin mit A1 und dessen Cloud-Tochter Exoscale. Mit einer gemeinsamen Plattform, die IBM watsonx auf A1 Exoscale bringt, will man Unternehmenskunden gemeinsam eine sichere und digital souveräne Lösung bieten.

„Wir sind Teil der kritischen Infrastruktur“

Denn Schatten-KI, also die Nutzung privater bzw. vom Unternehmen nicht genehmigter KI-Anwendungen durch Mitarbeiter:innen, sei ein echtes Sicherheitsrisiko, betont Martin Resel, stv. Vorstandsvorsitzender von A1 und CCO Enterprise. „Unternehmen können es sich nicht leisten, KI nicht zu nutzen. Da geht es um Wettbewerbsfähigkeit. Alles muss effizienter werden, etwa auch in der Verwaltung. Wenn man dann aber Daten global findet, die eigentlich nicht global gespeichert werden sollten, ist das ein Problem“, sagt Resel.

Für viele A1-Unternehmenskunden und auch für A1 selbst sei das besonders relevant. „Wir sind Teil der kritischen Infrastruktur. Viele hochsensible Daten laufen auf unseren Netzen. Wir haben nicht nur Unternehmen aller Größen als Kunden, sondern zum Beispiel auch Ministerien“, sagt der A1-CCO. Gerade in der aktuellen geopolitischen Situation müssten sich Österreich und ganz Europa daher souverän aufstellen.

Orchestrierte KI-Agenten mit klaren Regeln und voller Transparenz

Und wie macht das die gemeinsame Plattform? „Ich bin mir bewusst, dass ich Repräsentant eines amerikanischen Unternehmens bin“, räumt Marco Porak ein. IBM habe aber nach nicht weniger als 98 Jahren am österreichischen Markt ein anderes Standing, als etwa die US-Hyperscaler. Warum? „IBM hat seit jeher das Prinzip, dass Kundendaten Kundendaten sind und die Architektur vom Kunden bestimmt wird“, so Porak. Und: „Globale Innovation und lokale Kontrolle widersprechen einander nicht.“ Genau so sei es auch bei watsonx. Kunden können dort entscheiden, welche KI-Modelle genutzt werden und wo die Daten liegen. Die Bandbreite geht dabei von lokal gehosteten On-Premise-Lösungen über europäische bzw. Open-Source-Modelle auf europäischen Servern bis zu Frontier-Modellen in Datencentern der US-Hyperscaler.

Konkret greift das System auf eine Vielzahl an Large Language Models (LLMs) und Agentic-Modelle zurück und orchestriert KI-Agenten, um Tasks zu erfüllen. Die dazugehörige Governance-Plattform ermöglicht nicht nur das Festlegen der Regeln dafür, sondern bietet auch jederzeit komplette Transparenz, um jeden Arbeitsschritt und die dafür genutzten Modelle nachvollziehen zu können. Für Martin Resel ist dabei ebenfalls klar: „Dass alles, was aus Asien oder Amerika kommt böse ist, sehen wir nicht so. Wichtig ist die Wahlfreiheit.“ Die Plattform sei daher offen für sämtliche Modelle.

„Wir folgen einer sehr strikten Datenklassifizierung – selber und auch für unsere Kunden“

Je nach Usecase und dem damit verbundenen Sicherheits-Level der Daten seien unterschiedliche LLMs und Speicherorte sinnvoll. „Wir folgen einer sehr strikten Datenklassifizierung – selber und auch für unsere Kunden“, sagt Resel. Nach dieser erfolge die Entscheidung, welche Modelle genutzt werden können. Gleichzeitig optimiere die Plattform durch die passende Modell-Auswahl auch den Token-Verbrauch. „Das kann sonst bekanntlich schnell teuer werden“, sagt der A1-CCO.

A1 bietet seinen Enterprise-Kunden nicht nur Zugang zur Plattform, sondern auch begleitende Services, um diese aufzusetzen. Mit den europäischen Datencentern der Tochter Exoscale kommt noch das Angebot der souveränen Cloud im eigenen Land hinzu.

Wie watsonx für A1 und seine Kunden konkret funktioniert, zeigt Exoscale-KI-Experte Christos Kapodistrias beim Pressetermin vor. In seinem Beispiel arbeiteten nicht weniger als 14 KI-Agenten orchestriert zusammen, um eine optimale Vorbereitung auf ein Kundengespräch zu erstellen. „Diesen Usecase nutzen wir auch selber“, erklärt der Experte und zeigt die verschiedenen Sicherheits- und Kontrollmechanismen ebenso wie die Nachvollziehbarkeit über die Governance-Plattform. Marco Porak merkt dazu an: „Man sieht, es gibt mehrere Checkpoints im Prozess, der ‚Human in the Loop‘ bleibt erhalten.“ Denn es gehe eben darum, Menschen bei ihrer Arbeit zu unterstützen.

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