Vitalakademie Learn@Home bietet Fernstudien a la Netflix
Die E-Learning-Plattform Vitalakademie Learn@Home wird auch an andere Unternehmen lizenziert und weckt bereits das Interesse internationaler Investoren.
Fortbildung im Premium-Abo von daheim aus: So sieht der österreichische Anbieter Vitalakademie Learn@Home die Zukunft der Fernstudien. Bereits seit 2009 wird eine E-Learning-Plattform geboten, die auf einen Mix aus Video-Vorlesungen, digitalen Skripten und interaktiven Webinaren setzt. Die Themen reichen von Ernährung, Fitness, Soziales, Unternehmertum bis hin zu Mentaltrainer-Ausbildungen. So ist dem Unternehmen auch die erfolgreiche Internationalisierung geglückt – die Plattform wird mittlerweile von Studierenden in mehr als 70 Ländern genutzt.
Besonders beliebt ist dabei das Vitalakademie Learn@Home Premium Modell. Für eine Flatrate von 149 Euro monatlich erhalten Nutzer und Nutzerinnen Zugriff auf alle 30+ zertifizierten Online-Studien. “Mit diesem Modell a la Netflix und Spotify war das Wachstum in den letzten Jahren sehr stark”, sagt Geschäftsführer Thomas Engelbrechtslehner. Alle Fernstudien sind zudem staatlich förderbar und für die Bildungskarenz geeignet.
Premium-Paket für Selbstständige und Unternehmer
“Wir sehen uns als Gamechanger im Bereich der Weiterbildung. Unsere Vision ist nicht nur Bildung zu verkaufen, sondern ein Lernerlebnis mit weiterführender Unterstützung auf dem Weg in die Selbständigkeit zu bieten”. Ein Weg, den in Zeiten von Remote Working und Arbeitszeitflexibilisierung immer mehr Menschen wählen. Das Premium-Angebot von Lern@Home umfasst auch eine Online-Beratung durch Startup-Experten, Steuerberater oder Anwälte zu Fragen rund um die Unternehmensgründung.
Die einzelnen Studien- und Lehrgänge bestehen auf der E-Learning-Plattform Vitalakademie Learn@Home aus Modulen, zu denen es je ein Video und ein ergänzendes Skript gibt. Ergänzt wird dieses Material durch die Möglichkeit, sich mit anderen Studierenden digital zu vernetzen und etwa Lerngruppen zu bilden. Die rund 300 Trainerinnen und Trainer können über ein Forum oder in Live-Webinaren direkt angesprochen werden.
E-Learning-Plattform als Lizenz für Partner
Diese Plattform nutzt Vitalakademie Learn@Home nicht nur für das eigene Angebot. Die E-Learning-Software wird auch als White-Label-Lösung angeboten und konnte bereits Partner wie das Gut Aiderbichl gewinnen. Seit Mitte April gibt es mit Vitak Gym zudem ein eigenes Online-Fitnessprogramm, die ein individuell abgestimmtes Trainingssystem für zu Hause oder im Fitnessstudio bietet. Auch internationale Investoren zeigen bereits ein starkes Interesse an dem hoch skalierbaren Modell von Vitalakademie Learn@Home.
Fünf Jahre Polestar in Österreich: Warum die schwedische Marke nicht laut sein muss, um gehört zu werden
Drei weiße Polestar vor der schwedischen Botschaft in Wien-Alsergrund, drinnen die schwedische Fahne: Polestar Österreich hat sein fünfjähriges Bestehen im Schwedenhaus gefeiert. Managing Director Matthias Schabetsberger erklärte im Gespräch mit brutkasten, warum sich die Marke als Challenger der Autoindustrie versteht, was skandinavischer Minimalismus mit “Quiet Luxury” zu tun hat und wie Polestar mit Startups zusammenarbeitet.
Fünf Jahre Polestar in Österreich: Warum die schwedische Marke nicht laut sein muss, um gehört zu werden
Drei weiße Polestar vor der schwedischen Botschaft in Wien-Alsergrund, drinnen die schwedische Fahne: Polestar Österreich hat sein fünfjähriges Bestehen im Schwedenhaus gefeiert. Managing Director Matthias Schabetsberger erklärte im Gespräch mit brutkasten, warum sich die Marke als Challenger der Autoindustrie versteht, was skandinavischer Minimalismus mit “Quiet Luxury” zu tun hat und wie Polestar mit Startups zusammenarbeitet.
Der Ort war kein Zufall. „Wir sind eine schwedische Marke”, sagte Schabetsberger vor den Gästen in der schwedischen Botschaft, wo Polestar in Kooperation mit der schwedischen Handelskammer seit Jahren regelmäßig zu Gast ist. Neben Design, Performance und Nachhaltigkeit zahlten die Markenwerte stark auf gesellschaftliche Werte ein, die in Skandinavien hoch gelebt würden: Inklusion, Vielfalt, Gender Equality.
Wie schwedisch das Unternehmen ist, machte er an Zahlen fest: Von den etwas mehr als 2.000 Mitarbeitern arbeiten mehr als zwei Drittel in Schweden. Entwickelt, abgestimmt und designt wird in Schweden, wo die Verbindung zur Schwestermarke Volvo nach wie vor eng ist. Entstanden ist Polestar vor rund zehn Jahren aus einem schwedischen Rennteam, mit einem klaren Bekenntnis zum reinen Elektroantrieb. “So wollen wir als kleine schwedische reine Elektroauto-Marke der Challenger sein für die große Automobilindustrie”, so Schabetsberger.
Der stellvertretende schwedische Botschafter Anders Lindgren nannte Polestar ein gutes Beispiel dafür, wie Innovation den Übergang zur Elektromobilität in praktische Lösungen übersetzt. Die Erfahrung Schwedens zeige, dass Nachhaltigkeit und Wettbewerbsfähigkeit einander verstärken.
“Wir waren ein Startup und sind jetzt ein Scaleup”
Im Gespräch mit brutkasten zog Schabetsberger eine Parallele zur Gründerszene. Polestar sei ein junges Unternehmen: “Wir waren ein Startup und sind jetzt ein Scaleup.” Diese Dynamik habe man bewusst gewählt, ebenso den Anspruch, Dinge anders zu denken als klassische Mitbewerber. Einen typischen Polestar-Fahrer gebe es nicht, die Marke sei über alle Altersklassen hinweg beliebt, mit einem relativ ausgeglichenen Anteil männlicher und weiblicher Kunden. Was sie verbinde: die Einstellung zur Elektromobilität und zu gesellschaftlichen Werten. Als skandinavische Marke sei Polestar Europas einzige rein elektrische Automarke.
Polestar ist darüber hinaus eng mit dem schwedischen Innovationsökosystem verbunden. In Göteborg ist Polestar Partner von MobilityXlab, einem Innovationshub am Lindholmen Science Park, der Tech-Startups mit Unternehmen wie Ericsson, Volvo Group und Zenseact zusammenbringt. Ursprünglich auf Mobilität und Konnektivität fokussiert, öffnet sich die Plattform seit September 2026 auch für weitere Industrien. Ausgewählte Startups arbeiten eng mit Polestar an Proofs of Concept, etwa für digitale Customer Journeys und das Erlebnis im Fahrzeug.
Quiet Luxury statt noch mehr Touchscreens
Auf die Frage nach dem Design antwortete Schabetsberger mit einem Begriff aus der Mode: Quiet Luxury. Für Polestar heiße das: “wir brauchen aus unserer Sicht nicht mehr, sondern besser”. Während viele Premiumhersteller im Innenraum mit Holz, Alu, Leder, vielen Lichtvarianten und immer mehr Bildschirmen arbeiten, gehe Polestar einen anderen Weg: klare Linien, reduziertes, funktionales Design. “Wir finden immer mehr Kunden, die in einer aufgeregten Welt mit ständig neuen Produkten und ständiger Veränderung genau dieses reduzierte Design, diesen Quiet Luxury schätzen.” Das Prinzip gelte auch für den Auftritt der Marke: “Man muss jetzt nicht unbedingt immer laut schreien, um gehört zu werden.”
Weniger Bildschirme heißt dabei nicht weniger Technologie. Beim neuen Polestar 4 SUV zieht mit Google built-in der KI-Assistent Google Gemini ins Auto ein. Dank der engen Partnerschaft mit Google ist dieser sukzessive auch in weiteren Modellen verfügbar. Funktionen wie Vehicle-to-Load und ein Camping Mode kommen per Software-Update. Die Transparenz, die Schabetsberger betont, hat eine Zahl: Für den Polestar 4 SUV weist Polestar den CO2-Fußabdruck bis zum Werkstor aus, 20,2 Tonnen CO2-Äquivalent bei der Rear-Motor-Variante. Bis 2030 will Polestar die Treibhausgasemissionen pro verkauftem Fahrzeug halbieren, bis 2040 in der gesamten Wertschöpfungskette klimaneutral sein. Und Polestar Charge bündelt mehr als 1,25 Millionen Ladepunkte in Europa über ein Konto, inklusive Tesla Supercharger.
Von drei auf 13 Standorte
Gestartet ist Polestar in Österreich mit einem Direct-to-Consumer-Modell und einem Polestar Space in der Wiener Herrengasse, später kamen Graz und Linz dazu. Im Vorjahr wurde das Modell erweitert: Online bestellen geht weiterhin, zusätzlich können Kunden bei regionalen Partnern in einem Agentursystem Probe fahren, kaufen und das Fahrzeug ausgeliefert bekommen. Die Zahl der Standorte wuchs von drei auf 13, von Dornbirn bis Wien.
Dahinter steht eine Marktbeobachtung: Traditionell seien Flottenkunden die Early Adopter gewesen, in den vergangenen zwölf bis 24 Monaten komme das Wachstum aber vor allem von Privatkunden und Kleinunternehmen. Um sie in Vorarlberg, Tirol oder Salzburg zu erreichen, brauche es regionale Partner. Fünf Jahre nach dem ersten Polestar Space blickt Schabetsberger nach vorne, auf “weitere Jahrzehnte in enger Kooperation”.
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