08.03.2021

Happyr Health: Österreichische Gründerin gewinnt britischen „Women in Innovation“-Award

Nachdem sie bereits im letzten Oktober von der FHWien der WKW zur Alumna des Jahres gewählt wurde, gibt es nun die nächste Auszeichnung für die Happyr Health-Gründerin Nicola Filzmoser.
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Filzmoser, Happyr Health, Migräne, Award, Cambridge
(c) Pradeep Singh - Happyr Health-Gründerin Nicola Filzmoser erhielt britischen Award für ihre Arbeit mit dem Migräne-Startup Happyr Health.

Die österreichische Gründerin des Kindermigräne-Startups Happyr Health Nicola Filzmoser hat als eine von 40 Preisträgerinnen den „Women in Innovation“-Award von „Innovate UK“ für ihre Idee erhalten. Ihr in Cambridge sitzendes Unternehmen widmet sich Kindern mit chronischen Migräneschmerzen und versucht mittels einer App bei der Bewältigung und Früherkennung von Auslösern zu helfen. Im Durchschnitt leiden zehn Prozent aller Kinder im Schulalter an Migräne, allein in Österreich seien es mehr als 100.000, wissen Filzmoser und Co-Founder Cornelius Palm. Für ihren Einsatz erhielt die junge Founderin nun in ihrem Wahl-Land die besondere Auszeichnung.

Annerkennung als Frau im Innovationsfeld

„Es ist eine Ehre, den diesjährigen Award von Innovate UK & KTN zu gewinnen. Ich bin dankbar, dass ich für meine Bemühungen bei Happyr Health als ‚Woman in Innovation‘ anerkannt wurde. Die Auszeichnung trägt wesentlich zur Entwicklung der Schmerztherapie bei, die junge Menschen tatsächlich wollen. Zusammen mit meinem Mitbegründer Cornelius Palm und unserem Team freuen wir uns auf die kommenden Monate“, sagt Filzmoser.

Unternehmerisches Wachstum von Frauen fördern

Das Programm „Women in Innovation“ ist eine Kooperation von KTN und „Innovate UK“. Dessen Ziel ist es Unternehmerinnen dabei zu unterstützen, Innovationen zu entwickeln, eine lebendige Gemeinschaft weiblicher Vorbilder zu schaffen, Wissen auszutauschen sowie das unternehmerische Wachstum von Frauen in ganz Großbritannien zu fördern.

50.000 britische Pfund Preisgeld für Happyr Health

Der Award beinhaltet ein Preisgeld von 50.000 britischen Pfund. „Wir werden das Kapital in die Entwicklung und Validierung unserer mobilen App stecken“, erklärt Filzmoser. „Zusätzlich bekomme ich als ‚Female Founder‘ und wir bei Happyr Health Unterstützung von Experten im Bereich ‚Business‘, ‚Healthcare‘ und ‚Innovation‘.“

Kampagne läuft seit fünf Jahren

Die Kampagne „Women in Innovation“ wurde am ersten Juni 2016 gestartet, um die Unterrepräsentation von Frauen im Innovationsfeld zu bekämpfen. Und um mehr Frauen mit ihren Ideen für britische Unternehmen zu gewinnen. Die dominierenden Themenfelder dabei: „Bekämpfung des Klimawandels“, die Entwicklung neuer Behandlungen und Dienstleistungen für Gesundheitspatienten, sowie „clean transport“.

Die Folgen der Initiative

In diesen knapp fünf Jahren sind es nicht nur die 40 prämierten Damen, die als Erfolg der Kampagne herhalten können. Ein weiteres Beispiel, welchen Impact so eine Initiative haben kann ist folgende Tatsache: Seit dem Start vor einer halben Dekade ist die Zahl der Frauen, die Anträge auf Zuschüsse für „Innovate UK“ stellen, um 70 Prozent gestiegen.

Brillante Ideen gesucht

„Innovate UK ist die nationale Innovationsagentur Großbritanniens. Wir fördern Produktivität und Wirtschaftswachstum durch Unterstützung neuer Ideen. Und haben die ‚Women in Innovation‘-Kampagne gestartet, um mehr Frauen mit brillanten Ideen zu finden. Wir möchten ihnen leichteren Zugang zu Beratung, Finanzierung und Expertise verschaffen“, sagt Emily Nott, „Head of Equality, Diversity und Inclusion Programmes“ bei Innovate UK.

Neben der Unterstützung von Frauen als Gründerinnen geht es vor allem auch um ein weiteres Problem, dass in vielen Bereichen der Startup- und Tech-Szene noch immer immanent ist, wie auch Filzmoser weiß.

Happyr Health-Gründerin: Lücke im Feld schließen

„Es ist ersichtlich, dass es eine Lücke gibt, was ‚female leadership“ im Bereich Innovations-Technologie betrifft“, mahnt die Happyr Health-Gründerin, die sich aber für die Zukunft optimistisch zeigt. „Mit solchen Awards und UN-Initiativen mit dem Motto „internationalwomensday2021 – Women in leadership: Achieving an equal future in a COVID-19 world“, werden wir auch diese Lücke bald schließen.“

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(c) StartUp Burgenland
(c) StartUp Burgenland

Die Gründungszahlen gingen in den meisten österreichischen Bundesländern laut aktuellem Austrian Startup Monitor zuletzt zurück oder stagnierten. Große Ausnahme ist ausgerechnet das Bundesland mit der geringsten Bevölkerungszahl: Gerade in den vergangenen Krisenjahren stieg die Zahl der Neugründungen im Burgenland um nicht weniger als 65 Prozent.

Heute sind es insgesamt rund 90 Startups – und diese weisen laut Monitor noch eine weitere Besonderheit auf: Das Burgenland ist auch österreichweiter Spitzenreiter bei Profitabilität. Mehr als 60 Prozent der Startups im östlichsten Bundesland sind demnach bereits profitabel oder haben den Break-even erreicht.

StartUp Burgenland: 50 Startups seit dem Start 2021

Doch wie kommt es zu dieser Dynamik entgegen des österreichweiten Trends? Der Gründergeist hat sich in den vergangenen Jahren nicht zufällig im Burgenland etabliert. „Es gab früher keine Anlaufstelle, kein strukturiertes Programm. Wer hier gründen wollte, ist nach Wien oder Graz ausgewichen – oder hat es alleine versucht“, sagt Michael Sedlak. Er ist Leiter von StartUp Burgenland, das genau diesen Umstand in den vergangenen Jahren geändert hat.

Die Zahlen sprechen dabei für sich. Seit dem Start 2021 gingen durch die Inkubator- und Accelerator-Programme mehr als 50 Startups. 70 Prozent davon schafften den Markteintritt und schufen damit 129 Arbeitsplätze. Sie kommen auf eine Gesamtkapitalisierung von 10,7 Millionen Euro. Und dieser Impact zeigt sich auch in der Zufriedenheit der Teilnehmer:innen: 95 Prozent der Alumni empfehlen die Programme von StartUp Burgenland weiter.

CRANii: über Ärtztepraxen zu den Patient:innen

Eine der aktuellen Teilnehmer:innen ist Christiane Hofer-Marbet. Sie hat mit ihrer Schwester Katharina Koller-Hofer das Startup CRANii gegründet. Das app-gestützte Therapiekonzept für Kopf- und Kieferbeschwerden, vor allem die kraniomandibuläre Dysfunktion (CMD), bietet Patient:innen strukturierte Kieferphysiotherapie für zuhause. „Für die Patienten ist es oftmals schwierig, Therapieplätze zu finden, weil es zu wenige Spezialisten in dem Bereich gibt und es natürlich auch eine Kostenfrage ist. Wir haben eine Software entwickelt, bei der die Patienten an die Hand genommen werden, um zu Hause die Übungen gemeinsam mit uns zu machen“, erklärt Hofer-Marbet gegenüber brutkasten.

(v.l.) Die Therapeutinnen und Schwestern Christiane Hofer-Marbet und Katharina Koller-Hofer haben CRANii gegründet | (c) CRANii

Gerade erst vor wenigen Wochen gelauncht, führt der Weg zu den Patient:innen für CRANii über einen B2B2C-Ansatz, konkret über die Kooperation mit Ärztepraxen und Reha-Kliniken. „Momentan bedienen wir Reha-Kliniken, Zahnarztpraxen und HNO-Praxen österreichweit und weiten nun auf die Orthopädie und Neurologie aus.“ Dabei strecke man schon jetzt in der Launch-Phase die Fühler im gesamten DACH-Raum aus und führe etwa bereits Gespräche in der Schweiz.

„Wir sind Therapeutinnen und hatten von BWL am Anfang null Ahnung“

Nicht nur bei der Entwicklung dieser Go-to-Market-Strategie holte sich CRANii Unterstützung von StartUp Burgenland. „Ich glaube, ohne die Hilfe wären wir nicht da, wo wir heute stehen“, sagt Hofer-Marbet. „Wir kommen eigentlich nicht von der unternehmerischen Seite. Wir sind Physiotherapeutinnen und hatten von BWL am Anfang null Ahnung“, so die Gründerin. „Seit wir dabei sind, ist es krass: Unser Coach Felix Lenhard geht den Business-Plan Schritt für Schritt mit uns durch, wir sind in Coachings mit Silicon-Valley-Investoren und haben es jetzt drauf, auf Deutsch und auf Englisch aus dem Stegreif zu pitchen.“

Man habe angetrieben durch den zweiten Coach, Michael Sedlak, auch an Messen und Kongressen teilgenommen, man schätze die Struktur des Programms und: „Das Netzwerk, das uns an die Hand gegeben wird, ist einfach gigantisch“, so Hofer-Marbet.

„Die meisten Leute wollen etwas von dir, wenn sie dir so ein Netzwerk vermitteln.“

Diesen Aspekt betont auch Edris Paknehad: „Felix [Anm. Lenhard], Michael [Anm. Sedlak] und Raphaela [Anm. Graf] haben mir in Eins-zu-Eins-Betreuung überall geholfen, wo ich nicht weitergekommen bin, und wenn sie es selbst nicht wussten, haben sie immer Leute gefunden, die mir helfen konnten. Die meisten Leute wollen etwas von dir, wenn sie dir so ein Netzwerk vermitteln. Sie nicht.“

Edris Paknehad | (c) PAK Immo

Mit seinem E-Learning-Startup PAK Immo hat Paknehad bereits das Accelerator-Programm von StartUp Burgenland durchlaufen. Das Unternehmen hat mit seiner E-Learning-Plattform für die Befähigungsprüfung zum Baumeister eine Nische gefunden, die es erfolgreich besetzt. „Die Baubranche in Österreich ist extrem altmodisch. Man redet die ganze Zeit von Digitalisierung, etwa mit BIM [Anm. Building Information Modeling], aber was die Bildung angeht, ist alles sehr veraltet“, erklärt der Gründer.

PAK Immo: effizient genutzte Fahrzeit

So habe man für besagte Befähigungsprüfung bislang einen Kurs in Präsenz belegen müssen, der zwischen 15.000 und 18.000 Euro kostet. „Dabei ist man in dem Beruf zeitlich extrem eingeschränkt. Wenn man auch noch eine Familie hat, kann man sich unmöglich drei- oder viermal in der Woche in einen Kurs setzen. Das war auch bei mir damals der Fall. Ich habe viel Geld bezahlt und 70, 80 Prozent des Vorbereitungskurses verpasst. Ich dachte mir: Das muss besser gehen!“ PAK Immo biete mit seinen Kursen nicht nur einen um mehrere Tausend Euro günstigeren Preis. „Bei uns kann man die Inhalte anhören, wie einen Podcast. Ich sitze etwa auch heute vier Stunden im Auto, weil die Baustelle zwei Stunden Autofahrt entfernt ist. Das ist bezahlte Arbeitszeit und man kann sie gleichzeitig nutzen, um zu lernen“, so Paknehad.

Auch er bekam von StartUp Burgenland nicht nur Coachings, Netzwerk und Sichtbarkeit, sondern auch Unterstützung bei sehr konkreten Tasks, erzählt der Gründer: „Was mir besonders geholfen hat: Ich hatte am Anfang kein eigenes CRM-System. Hier wurde mir geholfen, eines aufzubauen – davor war das eher ein Chaos.“

„Du brauchst kein Silicon Valley. Du brauchst ein funktionierendes Ökosystem.“

Auch Paknehad betont die Struktur des Programms, die besonders am Anfang geholfen hat. Seitens StartUp Burgenland hat man diese zuletzt übrigens noch stärker individualisiert. Seit diesem Jahr gibt es keinen Batch-Betrieb und keinen fixen Zeitrahmen mehr, dafür zu 100 Prozent individuelle Begleitung. „Dein Fahrplan, dein Tempo“, fasst Michael Sedlak zusammen. Und er verrät das Erfolgsrezept des Programms: „Du brauchst kein Silicon Valley. Du brauchst ein funktionierendes Ökosystem. Und das gibt es im Burgenland.“

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