05.02.2021

Sportwaffen-Startup gewinnt 15. Finale der Gründungsgarage

Am 28. Jänner 2021 fand das Finale des 15. Durchgangs der Gründungsgarage statt – einem in Graz ansässigen Startup-Inkubator. Als Sieger ging das Sportwaffen-Startup OPOS rund um Gründer Florian Tripaum hervor.
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Gründungsgarage
Florian Tripaum von OPOS ist der Gewinner | (c) Tripaum

Insgesamt neun Startup-Teams des 15. Durchgangs der Gründungsgarage präsentierten vergangene Woche einem ausgewählten Kreis an Gästen ihre Gründungsprojekte. Die inhaltliche Bandbreite der Projekte reichte von biologisch abbaubaren Dünger aus Putenmist über eine Online-Künstler-Plattform bis hin zu Food-Innovation aus steirischen Kürbiskernen.

OPOS gewinnt das Finale

Zum Gewinner des Finales wählten die Gäste via Online-Stream das Team OPOS rund um Gründer Florian Tripaum. OPOS hat einen Prototyp für eine Pistole entwickelt, bei der ein schneller Kaliberwechsel ohne Verschlusswechsel möglich ist. Das soll laut dem Startup die Kosten um 90 Prozent verringern. Das Produkt soll künftig jedem Sportwaffen-Liebhaber mit der Waffenbesitzkarte der Klasse B zugänglich sein und am privaten Waffenmarkt verkauft werden. Aktuell befindet sich das Startup auf der Suche nach Investoren und einem Produktionspartner.

Auf den zweiten Platz schaffte es das Team von STAGEPORTAL mit ihrer digitalen Plattform für KünstlerInnen in der Unterhaltungsbranche. Den dritten Platz konnte VEROPLANT ergattern, das einen nachhaltigen Dünger aus Putenmist entwickelt.

Die Hauptgewinner dürfen sich laut der Gründungsgarage über einen Co-Working Space für sechs Monate in der AulaX freuen. Zudem wurden weitere Sonderpreise vergeben.

Bewerbung bis 7. März möglich

Im Accelerator-Programm der Gründungsgarage bringen Startup-Teams von Universitäten und Fachhochschulen ihre Gründungsideen mit und werden in rund vier Monaten intensiv bei der Umsetzung unterstützt – der brutkasten berichtete.

Teilnehmen können Studierende und Mitarbeiter aller Studienrichtungen und Hochschulen. Dabei werden sie vom Team der Gründungsgarage und von erfahrenen Mentoren aus der Praxis begleitet und unterstützt. Innerhalb eines Durchgangs werden den Startups so über 300 Stunden an Beratungsleistungen zur Verfügung gestellt.

Aktuell läuft noch bis zum 7. März 2021 die Bewerbungsphase für den 16. Durchgang der Gründungsgarage. Alle Infos dazu findet ihr hier.


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RNAnalytics, tecnet
© equity - (v.l.) Christian Laurer, Adriana González Palomo, Viktoria Enkmann, Hannes Burgstaller und Natalija Rajicic.

Mit einem SAFE (Simple Agreement for Future Equity) beteiligt sich tecnet equity am niederösterreichischen TechBio-Startup RNAnalytics. Das von Viktoria Enkmann und Hannes-Oliver Burgstaller gegründete Unternehmen ist im accent Makerspace in Tulln angesiedelt und entwickelt dort Lösungen für die Analyse von Lipid-Nanopartikeln – winzigen Transporthüllen, die Wirkstoffe wie RNA sicher in menschliche Zellen bringen sollen. Mit dem Investment möchte RNAnalytics die Weiterentwicklung seiner modularen Analyse-Toolkits sowie den Ausbau seiner integrierten Softwareplattform vorantreiben. Über die Höhe der Beteiligung wurde Stillschweigen vereinbart. Doch wie brutkasten erfahren hat, handelt es sich inklusive Förderungen um eine Summe im „höheren sechsstelligen Bereich“.

RNAnalytics: Analysen sehr aufwendig

RNA-basierte Medikamente haben durch neue Impfstoffe und Therapieansätze stark an Bedeutung gewonnen. Damit RNA im Körper überhaupt dort ankommt, wo sie wirken soll, braucht sie eine schützende Transporthülle. Dafür werden häufig sogenannte Lipid-Nanopartikel, kurz LNPs, eingesetzt.

Ob diese winzigen Partikel richtig funktionieren, muss während der Entwicklung eines Medikaments immer wieder überprüft werden. Entscheidend sei dabei, die Eigenschaften der Partikel genau zu verstehen, von ihrer Größe und Stabilität über die tatsächlich eingeschlossene RNA-Menge bis hin zu ihrem Verhalten in unterschiedlichen Zellen.

Diese Analysen seien heute oft aufwendig, erfordern teilweise teure Spezialgeräte und würden mangels einheitlicher Methoden nur eingeschränkt vergleichbare Ergebnisse liefern. „Das kostet Zeit und erschwert insbesondere kleineren BioTech-Unternehmen und Forschungslabors den Zugang zu einer Technologie, die für die Entwicklung neuer RNA-Therapien immer wichtiger wird“, liest man in der Aussendung.

Modulare Toolkits

RNAnalytics hat es sich daher zum Ziel gesetzt, diese Analysen einfacher und standardisierter zu machen. Dafür entwickelt das Unternehmen modulare Toolkits, die auf bereits vorhandener Laborausstattung eingesetzt werden können. Sie kombinieren validierte Messmethoden, Reagenzien und Referenzmaterialien und wollen Laboren damit einen „klar definierten Ablauf für die Untersuchung von Lipid-Nanopartikeln“ ermöglichen.

„Die SAFE-Finanzierung gibt uns in dieser frühen Phase die Möglichkeit, unsere Toolkits konsequent weiterzuentwickeln und parallel den Ausbau unserer Softwareplattform voranzutreiben. Mit tecnet equity haben wir dabei einen Partner an unserer Seite, der die Herausforderungen technologieintensiver Gründungen versteht“, sagt Enkmann, CEO von RNAnalytics.

RNAnalytics: Plattform in Entwicklung

Der Ansatz des Tullner Startups geht jedoch über einzelne Labortests hinaus, wie man mitteilt: Parallel zu den Toolkits entwickelt das Unternehmen eine Softwareplattform, in der die bei den Analysen entstehenden Daten zusammengeführt und automatisch ausgewertet werden können.

So entstehe ein umfassendes Bild der relevanten Qualitätsmerkmale eines RNA-Therapeutikums. Statt Messergebnisse aus unterschiedlichen Geräten und Tests einzeln auszuwerten, könnten Labore ihre Daten zentral verarbeiten, verschiedene Qualitätsparameter miteinander vergleichen und standardisierte Berichte erstellen. Die Kombination aus physischen Toolkits und Software soll damit einen bislang stark fragmentierten Analyseprozess in einen durchgängigen Workflow überführen.

„RNAnalytics setzt an einem sehr konkreten Problem in einem technologisch anspruchsvollen und stark wachsenden Bereich der Biotechnologie an. Besonders überzeugt uns der Ansatz, komplexe Laboranalytik durch standardisierte Toolkits zugänglicher zu machen und diese gleichzeitig in einer skalierbaren Softwareplattform zusammenzuführen“, erklärt Christian Laurer, Senior Investment Manager bei tecnet equity. „Die beiden Gründer:innen verbinden fundiertes wissenschaftliches Know-how mit einem klaren Verständnis für die Herausforderungen in der LNP-Analytik und einer überzeugenden Produktvision. Diese Kombination war für uns eine wesentliche Grundlage für das Investment in dieser frühen Phase.“

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