Bill Gates‘ VC investiert in Virus-Test-Firma – Gespräche seit Sommer 2019
Die von Microsoft-Gründer Bill Gates und der US-Bank JP Morgan Chase betriebene Life Science-Investmentgesellschaft Adjuvant Capital steigt mit 10 Millionen US-Dollar beim BioTech-Unternehmen ChromaCode ein, das mit seiner Technologie die Coronavirus-Testkapazitäten verdreifachen will.
Bereits seit 2012 betreibt Microsoft Gründer Bill Gates gemeinsam mit der US-Bank JP Morgan Chase die auf Life Science-Unternehmen spezialisierte Investmentgesellschaft Adjuvant Capital. Ebenfalls seit 2012 gibt es das kalifornische BioTech-Unternehmen ChromaCode. Dieses arbeitet an einer Technologie, mit der Virus-Tests mit den bestehenden Geräten effizienter durchgeführt werden können und so die Testkapazitäten erhöht werden können, sowie auf mehrere Krankheiten gleichzeitig getestet werden kann. Inzwischen hat das Unternehmen sein Verfahren auch auf das neuartige Coronavirus adaptiert und gibt an, die Covid-19-Testkapazität so verdreifachen zu können.
Gespräche mit VC von Bill Gates und JP Morgan Chase schon seit Mitte 2019
Wie das US-Magazin TechCrunch berichtet, investierte Adjuvant Capital nun in das BioTech. Dem Portal Crunchbase zufolge, soll dieser zweite Teil einer Serie C-Kapitalrunde ein Volumen von 10 Millionen US-Dollar gehabt haben. Die Venture Capital-Gesellschaft von Bill Gates und JP Morgan Chase ist jedoch nicht erst durch das neue Covid-19-Testverfahren auf ChromaCode aufmerksam geworden. Tatsächlich liefen die Gespräche bereits seit Sommer 2019, wie Adjuvant Capital Managing Partner Jenny Yip gegnüber TechCrunch sagt. Die Technologie habe beim VC-Fonds bereits damals für Aufmerksamkeit gesorgt, auch wenn das Problem mangelnder Testkapazitäten sich erst jetzt so massiv zeige.
ChromaCode: Verdreifachung der Coronavirus-Testkapazität
Die große Stärke der aus Forschung am California Institute of Technology hervorgegangenen Technologie von ChromaCode ist die Möglichkeit, bei einem Test mehrere Parameter gleichzeitig zu analysieren. Gründer Alex Dickinson erklärt gegenüber TechCrunch: „Im Moment werden beim Coronavirus-Basistest drei verschiedene Dinge analysiert. Die dafür genutzten Geräte können 96 Testungen gleichzeitig durchführen. Allerdings brauchen sie drei dieser Testungen für einen kompletten Test. Wir lassen sie alle drei Testungen auf einmal durchführen, wodurch sich eine Verdreifachung der Kapazität ergibt“. Anstatt einer einzelnen Farbe wird bei Test des BioTech-Unternehmens ein Farbverlauf ausgegeben, aus dem sich die unterschiedlichen Parameter – etwa auch von mehreren unterschiedlichen Krankheitserregern – auslesen lassen.
MPC²: Warum Stahlkonzerne und Chemie-Riesen auf ein steirisches Startup setzen
Das Leobener Startup MPC² will mit seiner portablen Korrosionsprüfung den Weltmarkt erobern und wird dabei auch von der Austria Wirtschaftsservice (aws) unterstützt. Wir sprachen mit Gründer Manuel Prohaska.
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Manuel Prohaska ist Gründer von MPC² | (c) LA-Cinematics / MPC²
Es ist eines dieser Themen, mit denen sich Normalverbraucher:innen im Alltag zwar nicht beschäftigen, die aber letztlich indirekt alle betreffen: Korrosionsprüfung. Oder sehr vereinfacht gesagt: Rohre müssen leckagefrei sein und bleiben, vor allem dort, wo nicht nur sinnbildlich mit Hochdruck gearbeitet wird.
Doch die Überprüfung der Korrosionsbeständigkeit kritischer Komponenten bei bestehenden Anlagen ist mit dem derzeitigen Standard-Prozedere schwierig bis schlicht unmöglich. „Die regelmäßige Korrosionsprüfung ist in manchen Märkten und Anwendungen verpflichtend, kann jedoch verlässlich nur im Labor durchgeführt werden. Dazu müssen Bauteile ausgebaut werden, was teilweise einfach nicht möglich ist. Daher behilft man sich oft mit separaten ‚Qualifizierungsstücken‘, vor allem während der Fertigung der Komponenten. Und dann dauert die Überprüfung im Labor mindestens eine, oftmals bis zu sechs Wochen“, sagt Manuel Prohaska, Gründer des steirischen Startups MPC².
Korrosionsprüfung direkt vor Ort in Stunden statt Wochen
Mit dem patentierten System „Corrosion Ray“ arbeiten er und sein Team an einer Lösung. „Wir versuchen, die Korrosionsprüfung zu revolutionieren, indem wir sie zum Kunden bringen, anstatt der Kunde die Proben zu uns ins Labor“, sagt Prohaska. Mit dem mobilen Gerät lassen sich Rohre und insbesondere deren Schweißnähte ohne Beschädigung direkt vor Ort prüfen. „Wir nutzen dazu elektrochemische Methoden und liefern Ergebnisse, die qualitativ und vor allem quantitativ Laborergebnissen entsprechen“, so der Gründer.
Nicht nur die Überprüfungszeit lasse sich damit von Wochen auf Stunden reduzieren. „Auch der Umweltaspekt ist nicht zu vernachlässigen. Wir sparen mit der Methode im Vergleich zur konventionellen Auslagerungsprüfung 99 Prozent der Energie, brauchen kaum Chemikalien und deutlich weniger Wasser“, sagt Prohaska. Für Kunden sei aber der finanzielle Aspekt am entscheidendsten. „Bei großen Anlagen bedeutet ein Tag Ausfall sechs- bis siebenstellige Einbußen“.
„Wir sind mit unserer Prüfmethodik einfach näher an der Wahrheit“
Prohaska weiß sehr genau, wovon er spricht. In seinen früheren beruflichen Stationen baute der studierte Werkstoff- und Korrosionswissenschaftler nicht nur genau die fachliche Expertise auf, die er jetzt mit MPC² umsetzt. Als Geschäftsführer von Betrieben mit mehreren Hundert Mitarbeiter:innen lernte er auch die betriebswirtschaftliche Seite genau kennen.
(c) LA-Cinematics / MPC²
Aktuell befindet sich „Corrosion Ray“ aber noch im fortgeschrittenen Prototypen-Stadium. Die Technologie dahinter nicht: Schon jetzt setzen mehrere Stahlkonzerne, Komponenten-Hersteller und Chemie-Riesen, die auch die Zielgruppe für das neue System sind, auf die bestehenden Korrosionsprüfungs-Angebote von MPC² – teilweise mit sechsstelligen Auftragseingängen. „Wir haben einen speziellen Prüfstand, mit dem wir unsere Methode auch mit konventionellen Korrosionsprüfungen vergleichen. Wir sind mit unserer Prüfmethodik einfach näher an der Wahrheit, als mit den alten Methoden, die lange dauern und gleichzeitig relativ ungenau sind“, so Prohaska.
Mit Predictive Maintenance auf den Weltmarkt
Momentan ist das Angebot mit diesem Prüfstand noch der lukrativste Geschäftsbereich des Unternehmens. In den kommenden Jahren soll sich das ändern. Bis 2035 will MPC² auf 60 Millionen Euro Jahresumsatz anwachsen. Davon soll „Corrosion Ray“ laut Plan 65 bis 70 Prozent bringen. Technologisch soll dann der Bereich Predictive Maintenance im Zentrum stehen. „Wir können Kunden schon jetzt sehr genau sagen, wo es in ein paar Jahren Probleme beim Material geben wird. Mit den Daten, die wir jetzt dazu sammeln, wollen wir diese Lebensdauer-Vorhersage mit Hilfe von KI künftig noch deutlich präziser machen“, erklärt Prohaska.
Um diese Ziele umzusetzen, will das vierköpfige Team in einem ersten Schritt 600.000 Euro Investment-Kapital aufnehmen, mit dem die Kleinserienfertigung von „Corrosion Ray“ aufgebaut werden soll. „Wir halten schon jetzt Ausschau nach strategischen Investoren. Noch wichtiger werden die, wenn es in einigen Jahren an die große Produktion geht“, sagt der Gründer. Dann sei auch eine größere Kapitalrunde geplant.
aws als größter Fördergeber – „sonst wären wir nicht so weit gekommen“
Bislang finanziert sich das Unternehmen aus den eigenen Umsätzen und aus Förderungen. Dank der hohen Auftragseingänge werden kommendes Jahr die Unternehmenseinnahmen erstmals den Förderbetrag übersteigen. Dennoch sei man noch auf die Fördergelder angewiesen. „Den mit Abstand größten Anteil beim Fördervolumen hatten die Programme aws Preseed und aws Seedfinancing – Deep Tech“, erzählt Prohaska. „Das war extrem wichtig, sonst wären wir nicht so weit gekommen.“ Dabei betont der Gründer auch das Service: „Wenn man etwas gebraucht hat, waren sie immer da.“
Disclaimer: Dieser Artikel ist im Rahmen einer Medienbeauftragung mit der Austria Wirtschaftsservice (aws) entstanden.
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Bill Gates‘ VC investiert in Virus-Test-Firma – Gespräche seit Sommer 2019
Bereits seit 2012 betreibt Microsoft Gründer Bill Gates gemeinsam mit der US-Bank JP Morgan Chase die auf Life Science-Unternehmen spezialisierte Investmentgesellschaft Adjuvant Capital.
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